Straumann steigert Rentabilität deutlich – organisches1 Wachstum von 4% im vierten Quartal 2013 – Jahresumsatz CHF 680 Mio.

  • Wachstum in drei Quartalen in Folge gleichen enttäuschenden Jahresauftakt aus – organisches Wachstum von +1% bzw. -1% in CHF
  • Zweistelliges Wachstum in Asien/Pazifik und Nordamerika im vierten Quartal gleichen rückläufige Entwicklung in Europa aus
  • Reorganisation als Reaktion auf verändertes Umfeld; Value-Strategie weiter vorangetrieben
  • Neue Produkte und Lösungen demonstrieren Innovationsführerschaft
  • Bruttogewinnmarge um 130 Basispunkte auf 79% verbessert; EBIT-Marge vor Sondereffekten2 steigt um 330 Basispunkte auf über 18%
  • Reingewinn erreicht CHF 101 Mio.; Free Cashflow von CHF 139 Mio. unterstreicht hohe Cash Conversion

 

 

 

 

KENNZAHLEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 (in CHF Mio.)

2013

2013

2012 3

2012 3

 

 

vor

Sondereffekten

 

vor

Sondereffekten

Umsatz

679.9

 

686.3

 

   Veränderung in CHF %

(0.9)

 

(1.1)

 

   Veränderung in LW %

0.4

 

(1.6)

 

   Veränderung organisch %

1.2

 

(1.0)

 

 

 

 

 

 

Bruttogewinn

535.9

 

531.5

534.4

   Veränderung in %

0.8

 

0.6

1.1

   Marge in %

78.8

 

77.5

77.9

 

 

 

 

 

EBITDA

148.4

156.4

119.5

132.5

   Veränderung in %

24.3

18.1

(24.1)

(15.8)

   Marge in %

21.8

23.0

17.4

19.3

 

 

 

 

 

Betriebsgewinn (EBIT)

115.8

123.8

63.1

102.1

   Veränderung in %

83.6

21.2

(21.1)

(15.0)

   Marge in %

17.0

18.2

9.2

14.9

 

 

 

 

 

Reingewinn

101.2

 

37.5

 

   Veränderung in %

169.8

 

(47.2)

 

   Marge in %

14.9

 

5.5

 

 

 

 

 

 

Gewinn pro Aktie
(unverwässert, in CHF)

6.55

 

2.43

 

 

 

 

 

 

Free Cashflow 4

139.2

 

95.2

 

 Veränderung in %

46.2

 

(21.4)

 

   Marge in %

20.5

 

13.9

 

 

 

 

 

 

Mitarbeitende (am Jahresende)

2217

 

2517

 

 

 


1 Der hier verwendete Begriff ‚organisch‘ bedeutet ‚ohne Währungseffekte und den im Oktober 2012 eingestellten Vertrieb von Intraoral-Scannern in Nordamerika und Europa‘.

2 ‚Sondereffekte‘ in dieser Mitteilung umfassen im Jahr 2013 einen Restrukturierungsaufwand von CHF 17 Mio. und Gewinne aus Vorsorgeplankürzungen von CHF 9 Mio. (beide im Zusammenhang mit Kostensenkungsmassnahmen); im Jahr 2012 Aufwendungen von CHF 18 Mio. im Zusammenhang mit dem Kostenoptimierungsprogramm und Abfindungen sowie die Goodwill-Wertminderung von CHF 21 Mio. im Zusammenhang mit dem globalen Geschäft mit regenerativen Produkten.

3 2013 hat Straumann die Rechnungslegung an den revidierten IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) und damit die ausgewiesenen Zahlen für 2012 entsprechend angepasst.

4 Geldfluss aus Betriebstätigkeit abzüglich Investitionen zuzüglich Rückzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen.

 

 

Basel, 25. Februar 2014: Nach einem enttäuschenden Start ins Jahr 2013 erzielte die Straumann-Gruppe in den drei Folgequartalen ein solides organisches Wachstum und damit einen Jahresumsatz von CHF 680 Mio. bzw. einen Zuwachs von 1% gegenüber dem Vorjahresergebnis. Dieses Resultat ist im Wesentlichen auf das starke Wachstum in Nordamerika, den zweistelligen Anstieg in China und die Erholung in Japan in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen. Gemeinsam machten sie die weiterhin rückläufige Entwicklung in Europa wett.

 

Als Reaktion auf das veränderte Marktumfeld und die hohe Kostenbasis führte Straumann 2013 eine Reorganisation durch. Durch Volumensteigerungen, weitere Effizienzgewinne in der Produktion und strenge Kostensenkungsmassnahmen – darunter eine Verringerung des weltweiten Personalbestands um 12% – konnte die Gruppe die versprochene Rentabilitäts­verbesserung erreichen. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten stieg um 330 Basispunkte auf 18%, der Reingewinn verdreifachte sich beinahe auf CHF 101 Mio. Die hohe Cash Conversion von Straumann wurde durch einen Free Cashflow von CHF 139 Mio. unterstrichen. Die liquiden Mittel betrugen zum Jahresende CHF 384 Mio., die Eigenkapitalquote lag bei 62%.

 

Die allgemeine Trendwende bei den Resultaten wurde durch einen deutlichen Kursanstieg der Straumann-Aktie honoriert, der zur Aktien-Bruttorendite von 52% im Jahr 2013 beitrug.

 

Marco Gadola, Chief Executive Officer, kommentierte: „2013 mussten wir uns weiter an ein Marktumfeld anpassen, das sich schneller als erwartet veränderte. Wir sahen uns daher zu radikalen Massnahmen gezwungen, um unsere Kosten zu senken, das Unternehmen zu redimensionieren und zu reorganisieren. Da wir uns dabei auf Einsparungen konzentrierten, welche die Qualität, die Innovationskraft, den Kundendienst und die Verkaufskapazitäten von Straumann nicht beeinträchtigen, verfügen wir weiterhin über eines der stärksten Teams von Fachkräften in unserer Branche. Gleichzeitig gelang es uns, trotz weiterhin schleppender Entwicklung der Dentalmärkte wieder nachhaltig zu wachsen und unsere Rentabilität deutlich zu steigern. Die Kostensenkungen haben unsere Innovationsdynamik nicht beeinträchtigt; vielmehr haben wir neue Lösungen eingeführt, die zu mehr Effizienz und Komfort beitragen. Darüber hinaus haben wir Produkte entwickelt, die Behandlungen erleichtern sollen und Behandlungsparadigmen verändern könnten, und wir haben mutige Schritte unternommen, um über den Preis zu konkurrieren und mittels strategischer Investitionen das Value-Segment mit einem Portfolio von einander getrennter Marken zu durchdringen. So sind wir vielversprechend in unser 60. Jubiläumsjahr gestartet.“

 

 

GESCHÄFTSGANG

 

Inmitten eines schwierigen Marktumfelds expandierte das Implantatgeschäft von Straumann im Jahresverlauf konsistent und erreichte vor allem dank des Bone-Level-Portfolios und des wachsenden Anteils unseres Hochleistungsmaterials Roxolid® ein solides Gesamtwachstum.

 

Das restaurative Geschäft war durchwachsen. Der Verkauf von Implantatprothetik – darunter individualisierte CADCAM-Sekundärteile – verzeichnete solide Zuwächse. Diese vermochten jedoch die Einbussen bei einfachen zahngetragenen Restaurationskomponenten nicht zu kompensieren; hier bedrängen Mitbewerber Straumann mit ihren in Labors bzw. Zahnarztpraxen gefrästen Elementen. Das Geschäft mit digitaler Ausrüstung und Software war gegenüber 2012 wie erwartet rückläufig, nachdem verschiedene Aktivitäten an Dental Wings transferiert und der Vertrieb von Intraoral-Scannern im Oktober 2012 eingestellt wurden.

 

Das Geschäft mit regenerativen Produkten erzielte ein bescheidenes Wachstum. Dieses war vor allem Emdogain® zu verdanken, einem Produkt für die parodontale Geweberegeneration.

 

 

REGIONEN

 

UMSATZ NACH REGION

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (in CHF Mio.)

Q4 2013

Q4 2012

GJ 2013

GJ 2012

GRUPPE

169.9

167.8

679.9

686.3

Veränderung in CHF %

1.3

(4.4)

(0.9)

(1.1)

Veränderung in LW %

3.5

(4.2)

0.4

(1.6)

Veränderung organisch %

4.2

(3.3)

1.2

(1.0)

 

 

 

 

 

Europa

92.8

93.7

368.4

378.1

Veränderung in CHF %

(0.9)

(7.0)

(2.6)

(6.5)

Veränderung in LW %

(2.1)

(6.3)

(3.8)

(5.1)

Veränderung organisch %

(1.4)

(5.6)

(3.2)

(4.3)

In % des Gruppenumsatzes

 

 

54.2

55.2

 

 

 

 

 

Nordamerika

46.0

43.3

181.7

173.7

Veränderung in CHF %

6.2

2.1

4.6

11.7

Veränderung in LW %

9.8

0.0

6.2

6.4

Veränderung organisch %

11.0

1.8

8.1

6.9

In % des Gruppenumsatzes

 

 

26.7

25.3

 

 

 

 

 

Asien/Pazifik

25.0

24.4

98.4

103.9

Veränderung in CHF %

2.4

(2.1)

(5.3)

3.2

Veränderung in LW %

16.3

(1.0)

4.7

(0.3)

In % des Gruppenumsatzes

 

 

14.5

15.1

 

 

 

 

 

Rest der Welt

6.1

6.4

31.4

30.5

Veränderung in CHF %

(4.7)

(14.9)

2.9

(7.3)

Veränderung in LW %

1.8

(10.4)

8.4

(3.0)

In % des Gruppenumsatzes

 

 

4.6

4.4

 

 

Punktuelle Verbesserungen in Europa

Der europäische Markt für hochwertigen Zahnersatz litt weiterhin unter der schlechten Verbraucherstimmung sowie steigenden Gesundheitskosten und Steuern, die das verfügbare Einkommen für Zahnbehandlungen schmälerten. Die Patienten gingen seltener zum Zahnarzt, verschoben Behandlungen oder entschieden sich für billigere konventionelle Optionen. Hierdurch hat der Konkurrenzdruck im Markt weiter zugenommen, besonders im Prothetik-Geschäft.

 

Diese Entwicklungen führten in der Region zu einem Rückgang des organisches Umsatzes von 3% im Gesamtjahr und von 1% im vierten Quartal. In beiden Fällen war etwas mehr als 1 Prozentpunkt auf Währungseffekte zurückzuführen. Der Nettoumsatz lag bei CHF 368 Mio. (CHF 93 Mio. im vierten Quartal) und entsprach 54% des Gruppenumsatzes.

 

Die besten Ergebnisse im Jahresverlauf erzielten Frankreich und Grossbritannien; in den anderen Ländern war die Nachfrage schwach. Die Entwicklung im vierten Quartal war in Italien, Deutschland und den Beneluxstaaten rückläufig. Dagegen verzeichneten Spanien und Schweden – beide vom Wirtschaftsumfeld und den strukturellen Veränderungen im Markt besonders betroffen – deutliche Aufwärtstendenzen, was auf eine Rückkehr auf den Wachstumspfad deutet.

 

Im weiteren Jahresverlauf bereitete Straumann einen neuen strategischen Ansatz für den europäischen Markt vor. So wurden das Angebot an Roxolid-Implantaten mit LOXIM™ Transferteil auf das gesamte Implantatportfolio erweitert. Der Vorteil dieses Materials besteht in der Verringerung der Behandlungsinvasivität, indem es den Einsatz von schmalen und kurzen Implantaten ermöglicht und so einen Knochenaufbau überflüssig machen kann. Am 1. Januar 2014 passte die Gruppe die Preise ihrer Implantate in den ersten europäischen Märkten an und bietet dort Roxolid SLActive®/SLA® Implantate mit dem neuen LOXIM Transferteil zum Preis der entsprechenden bewährten Titan-Modelle an. Gleichzeitig wurde in einzelnen Ländern Europas der Preis des SLA-Basisimplantats aus Titan gesenkt, um im Value-Segment besser konkurrieren zu können. Diese Initiativen sollen zur weiteren Erhöhung des Marktanteils beitragen, die ersten Rückmeldungen sind viel versprechend.

 

Zweistelliges Wachstum in Nordamerika im vierten Quartal

Nordamerika, die zweitgrösste Region von Straumann, erzielte im Gesamtjahr ein gutes organisches Wachstum von 8%. Der Wertverlust des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken verminderte das Wachstum in Schweizer Franken um 1,5 Prozentpunkte. Dennoch erreichte der Umsatz in Nordamerika die Rekordhöhe von CHF 182 Millionen, entsprechend 27% des Gruppenumsatzes und 5 Prozentpunkte über dem Ergebnis von 2011. Dies belegt den Erfolg der Strategie von Straumann, anhaltend in Marketing und Vertrieb in den USA zu investieren. Auch hier erwiesen sich Roxolid und das Bone-Level-Implantatportfolio; aber auch Emdogain als wichtigste Wachstumstreiber. Das restaurative Geschäft verzeichnete ein solides Wachstum.

 

Das organische Wachstum im vierten Quartal belief sich auf 11%; der Umsatz erreichte CHF 46 Mio. Alle Geschäftsbereiche trugen zum Wachstum bei, insbesondere aber das Geschäft mit Implantaten und regenerativen Produkten.

 

Aufschwung in Japan verleiht Asien/Pazifik zusätzlichen Auftrieb

Dank einer sukzessiven quartalsweisen Zunahme erzielte die Region Asien/Pazifik im Gesamtjahr ein Wachstum von 5% (LW) und einen Umsatz von CHF 98 Mio. (15% des Gruppenumsatzes). Angetrieben wurde dieses vom wenig durchdrungenen chinesischen Markt und der Erholung in Japan, dem grössten Markt der Region, wo Straumann Marktanteile zurückeroberte. Die deutliche Abwertung des japanischen Yen jedoch schmälerte das Wachstum um 10 Prozentpunkte, so dass in Schweizer Franken ein Rückgang um 5% resultierte.

 

Mit einem Quartalswachstum von 16% (LW) – dem höchsten seit fünf Jahren – erzielte die Region im vierten Quartal weitere Fortschritte. Alle Tochtergesellschaften verzeichneten Zuwächse. Wichtigste Wachstumstreiber waren Japan und China, die – wie die Distributorenmärkte in Südostasien – einen ausserordentlich hohen Auftragseingang auswiesen. Die Straumann-Gruppe prüft derzeit Möglichkeiten, ihr Geschäftsmodell in China anzupassen, um das vollständige Potenzial dieses dynamischen Markts nutzen zu können.

 

Nachdem Straumann mehrere Jahre lang daran gearbeitet hat, die Vorteile der SLActive-Oberfläche Kunden und Patienten in Japan zur Verfügung zu stellen, hat das Unternehmen von der japanischen Gesundheitsbehörde PMDA (Pharmaceuticals and Medical Devices Agency) die Marktzulassung erhalten und mit der Einführung begonnen. Straumann ist das erste Unternehmen mit dieser Implantattechnologie im japanischen Markt und sichert sich so einen Wettbewerbsvorteil.

 

Starkes Wachstum in Lateinamerika

Der Beitrag der als „Rest der Welt“ bezeichneten Region zum Umsatz der Gruppe beträgt rund 5% und wurde vor allem in Lateinamerika und im Nahen Osten erwirtschaftet. Der Jahresumsatz in Lokalwährungen stieg um 8%, jedoch nur 3% in Schweizer Franken, und erreichte CHF 31 Mio. Der Währungseffekt war auf die starke Abwertung des brasilianischen Real zurückzuführen. Ein gutes Wachstum wurde in Brasilien, dem volumenmässig inzwischen grössten Implantatmarkt weltweit, sowohl von Straumann als auch von Neodent erzielt.

 

Die Region verzeichnete im vierten Quartal ein anhaltendes Wachstum; aufgrund der unregelmässigen Bestellmuster im Nahen Osten schwächte sich dieses gegenüber dem Vorquartal jedoch ab.

 

 

OPERATIVE UND STRATEGISCHE FORTSCHRITTE

 

Im Jahresverlauf ergänzte Straumann ihr Portfolio um verschiedene Produkte, Lösungen und Marken, die mehrheitlich im vierten Quartal eingeführt oder lanciert wurden.

 

Geringere Invasivität dank Roxolid

Die Gruppe machte Roxolid als Option für ihr gesamtes Implantatportfolio verfügbar und lancierte ein neues, 4mm kurzes Implantat. Roxolid-Implantate sollen die Invasivität vermindern und auch die Behandlung von Patienten mit ungenügendem Knochenangebot ermöglichen, indem sie Knochenaufbauverfahren vermeiden helfen. So können potenziell Operationstraumata verhindert sowie Zeit- und Kosteneinsparungen erzielt und die Akzeptanz durch die Patienten verbessert werden. Alle Roxolid-Implantate sind mit dem neuen LOXIM™ Transferteil für bequeme Handhabung ausgerüstet.

 

Neues Keramikimplantat – eine innovative Alternative

Das Ceramic Implant Monotype von Straumann wurde im Rahmen einer kontrollierten Marktfreigabe lanciert, bevor es 2014 auf breiterer Basis eingeführt wird. Das mit der neuen ZLA™ Oberfläche für eine verbesserte Osseointegration ausgestattete Implantat ist eine hervorragende und zuverlässige Alternative für Patienten, die metallfreie Implantate wünschen.

 

Erweiterte prothetische Möglichkeiten mit garantierter Präzision und Zuverlässigkeit

Der vielleicht wichtigste Neuzugang im Prothetikportfolio von Straumann war 2013 das CARES® Variobase™ Sekundärteil. Es bietet dem Dentallabor eine präzise, zuverlässige Lösung, um eigene Sekundärteile mit einer Straumann Originalverbindung zu fertigen und der Schlüssel zu einer im vierten Quartal begonnenen Kooperation, die es 3Shape-Benutzern ermöglicht, für Implantate von Straumann individualisierte Restaurationen mit einer Originalverbindung herzustellen.

 

Gemeinsame Förderung von CADCAM-Lösungen

Straumann hat ihre CARES Visual-Software mit innovativen Merkmalen und Funktionen ausgestattet, durch die sich Arbeitsabläufe straffen lassen. Die Integration des CADCAM-Systems in die Open Software-Plattform von Dental Wings wurde abgeschlossen; den Kunden steht nun ein offenes System mit zahlreichen Möglichkeiten für die Dateneingabe und das Fräsen zur Verfügung. Aufgrund dieser Entwicklungen kam die Gruppe mit ihrem Partner Dental Wings überein, die beiden konkurrierenden Scanner-Geschäfte zusammenzulegen und so zu stärken, damit sie die kritische Masse erreichen und von Synergien profitieren können. Die Produktion der Scanner von Straumann wird daher an Dental Wings transferiert.

 

Investitionen in das Value-Segment

Die Gruppe ergriff im vierten Quartal Massnahmen, um ihre Präsenz im Value-Segment weiter auszubauen. Sie lancierte Neodent in Spanien und bereitete die Etablierung der Marke in den USA vor. Weiter übernahm Straumann 51% am deutschen Unternehmen Medentika, einem schnell wachsenden Anbieter kostengünstiger Implantate und Prothetik für zahlreiche Implantatsysteme, sowie 30% an der spanischen Createch Medical, die sich auf hochwertige CADCAM-Prothetik für zahlreiche Implantatsysteme spezialisiert hat.

 

 

OPERATIVE UND FINANZIELLE SITUATION

 

Bruttomarge erreicht 79%

Dank Effizienzgewinnen, höheren Volumen, Insourcing und einem vorteilhafteren Produktemix (geringerer Anteil des margenschwachen Scannergeschäfts) stiegen die Herstellungskosten der verkauften Produkte weniger schnell als der Umsatz. Bei einem Bruttogewinn von CHF 536 Mio. erhöhte sich die entsprechende Marge um 130 Basispunkte auf fast 79%; vor Sondereffekten stieg sie um 90 Basispunkte.

 

Kostensenkungs- und Reorganisationsmassnahmen sorgten zusammen mit der generellen Fluktuation per Ende 2013 für einen Rückgang bei der gruppenweiten Belegschaft um 300 auf 2’217. Der damit verbundene Restrukturierungsaufwand betrug für das Gesamtjahr CHF 17 Mio., der Grossteil davon entfiel auf Abfindungsentschädigungen. Gleichzeitig führte der Personalabbau zu Gewinnen von CHF 9 Mio. aus Vorsorgeplankürzungen, damit resultierte ein Nettoeffekt von CHF 8 Mio.

 

Betriebsgewinnmarge um mehr als 300 Basispunkte verbessert

Dank der Kostensenkungsmassnahmen sowie einer strengeren Kostenkontrolle konnte 2013 der Betriebsaufwand erfolgreich um CHF 19 Mio. (unter Ausschluss von Sondereffekten) gesenkt werden.

 

Gemäss Rechnungslegungsstandard IAS 1 weist die Gruppe ihren Betriebsaufwand in der Erfolgsrechnung nun als „Vertriebskosten“ und „Allgemeine Verwaltungskosten“ (Marketingaktivitäten, Forschung und Entwicklung sowie die allgemeine Verwaltung) aus.

 

Die ausgewiesenen Vertriebskosten stiegen auf CHF 169 Mio. oder 25% des Umsatzes. Die Verwaltungskosten gingen auf CHF 254 Mio. oder 37% des Umsatzes zurück. Die Kostensenkungen hatten dabei keinen Einfluss auf die Innovationsdynamik des Unternehmens, das an seinem F&E-Investitionsniveau von etwa 6% des Umsatzes festhalten will.

 

Aufgrund der oben erwähnten Punkte stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Amortisationen (EBITDA) und Sondereffekten um CHF 24 Mio. auf CHF 156 Mio. Die entsprechende Marge verbesserte sich somit um 370 Basispunkte auf 23%.

 

Nach Abzug von ordentlichen Amortisationen und Abschreibungen in Höhe von rund CHF 33 Mio. belief sich der Betriebsgewinn (EBIT) ohne Sondereffekte auf CHF 124 Mio. (2012: CHF 102 Mio.). Mit der entsprechenden Marge von 18% verbesserte sich die Rentabilität um 330 Basispunkte oder währungsbereinigt sogar um 380 Basispunkte. 

 

Neodent leistet Beitrag zum Reingewinn

Nach einem ausgeglichenen Resultat im Vorjahr belief sich das Nettofinanzergebnis 2013 auf negative CHF 2 Mio. Dies war hauptsächlich auf einen Zinsaufwand im Zusammenhang mit der Ende April augelegten Anleihe über CHF 200 Mio. (mit einem Coupon von 1,625% und einer Laufzeit von sieben Jahren) zurückzuführen.

 

Die Gewinnbeiträge von Neodent, Dental Wings, Medentika und Createch (ausgewiesen unter „Anteiliges Ergebnis an assoziierten Unternehmen“) belief sich auf CHF  Mio., einschliesslich der kombinierten Effekte der Kaufpreisallokation.

 

Die Einkommenssteuern lagen bei CHF 19 Mio. bzw. 16% des Vorsteuergewinns.

 

Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Faktoren lag der ausgewiesene Reingewinn bei CHF  101  Mio., die entsprechende Marge bei 15%. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie belief sich auf CHF 6.55.

 

Starker operativer Cashflow

Der Geldfluss aus Betriebstätigkeit erhöhte sich um 22% auf CHF 152 Mio., hauptsächlich aufgrund der verbesserten Rentabilität und niedrigerer Steuerzahlungen im Berichtszeitraum. Die „Veränderungen des Nettoumlaufvermögens“ waren leicht negativ. Aufgrund des Rückgangs des Investitionsaufwands um CHF 7 Mio. auf CHF 13 Mio. ergaben sich ein Free Cashflow von CHF 139 Mio. und eine entsprechende Marge von 21% (Free-Cashflow-Rendite von 6,2%).

 

Der Kaufpreis für die Beteiligung von 51% an Medentika und 30% an Createch Medical lag bei CHF 38 Mio., womit der Geldfluss aus Investitionstätigkeit CHF 63 Mio. betrug.

 

Der Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf CHF 156 Mio., die Einnahmen aus der Anleiheplatzierung von CHF 199 Mio. und der Dividendenausschüttung für das Jahr 2012 von CHF 58 Mio eingeschlossen. In der Folge betrugen die liquiden Mittel Ende 2013 CHF 384 Mio., nach CHF 141 Mio. im Jahr 2012.

 

Die Eigenkapitalquote lag Ende 2013 bei 62%.

 

Gleichbleibende Dividende

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung am 11. April 2014 eine ordentliche Dividende von CHF 3.75 pro Aktie vorschlagen (Ex-Dividenden-Tag: 15. April). Dominik Ellenrieder, seit 2001 Mitglied des Verwaltungsrats der Straumann Holding, wird sich an der Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

 

 

AUSBLICK 2014 (vorbehaltlich unvorhersehbarer Ereignisse)

Straumann erwartet, dass sich der globale Implantatmarkt 2014 positiv entwickeln und der Gruppenumsatz in Lokalwährungen im niedrigen einstelligen Bereich wachsen wird. Das Unternehmen wird weiterhin selektiv in wachstumsstarke Dentalmärkte investieren und seine Reichweite im Nicht-Premium-Segment ausbauen. Davon abgesehen will Straumann auch 2014 dank der sich voll auswirkenden Kostensenkungsmassnahmen die Betriebsgewinnmarge ausweiten und mittelfristig ein solides Wachstum sowie weitere Fortschritte bei der Verbesserung der Betriebsmargen erzielen.

 

 

Geschäftsbericht 2013

Der Straumann Geschäftsbericht 2013 steht ab sofort als Vorabdruck unter annualreport.straumann.com sowie auf den Webseiten für Medien und Investoren unter www.straumann.com zur Verfügung.

 

 

Über Straumann

Straumann (SIX: STMN) mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein weltweit führendes Unternehmen für implantatbasierte, restaurative sowie regenerative Zahnmedizin. Zusammen mit führenden Kliniken, Forschungsinstituten und Hochschulen erforscht und entwickelt Straumann Dentalimplantate, Instrumente und CADCAM-Prothetik für Zahnersatzlösungen sowie Produkte für die Geweberegeneration resp. zur Verhinderung von Zahnverlusten. Insgesamt beschäftigt die Straumann-Gruppe rund 2’200 Mitarbeitende weltweit. Ihre Produkte und Dienstleistungen werden in mehr als 70 Ländern über eigene Vertriebsgesellschaften und ein breites Netz von Vertriebsunternehmen verkauft.