Straumann: Wachstum im zweiten Quartal leicht beschleunigt – Umsatz im ersten Halbjahr in Lokalwährungen um 5% auf CHF 367 Mio. erhöht 

 

  • Umsatzplus im zweiten Quartal von mehr als 5% in Lokalwährungen (-7% in CHF) dank höherer Verkaufsvolumen bei Implantaten und Scanner-Ausrüstungen
  • Verstärkte negative Währungseinflüsse schmälern Umsatz im ersten Halbjahr um CHF 42 Mio. (11 Prozentpunkte)
  • Alle Regionen wachsen; gutes Ergebnis in Nordamerika; starke Expansion in Schwellenländern
  • Mit 79% liegt die Bruttomarge 60 Basispunkte über dem währungsbereinigten Niveau der Vorjahresperiode; EBIT-Marge weiterhin über 21% (exkl. Wertminderung infolge der Katastrophen in Japan)
  • Weitere Investitionen zur Stärkung der Marktposition; 52 neue Stellen zur weiteren Umsatzsteigerung geschaffen
  • Gruppe erwägt, Anteil eigener Aktien um bis zu CHF 100 Mio. zu erhöhen
  • Jahresprognose: Auf gutem Weg, den Markt erneut zu übertreffen; EBIT-Marge vor Wertminderung je nach Währungsentwicklungen im hohen Zehnprozentbereich erwartet

 

 

KENNZAHLEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (in Mio. CHF)

H1 2011

H1 2011

H1 2010

H1 2010

 

ausgewiesen

 vor ausser-
ord. Effekten1

 währungs-
bereinigt

ausgewiesen

Nettoumsatz

367.3

367.3

350.6

392.4

   Veränderung in %

(6.4)

(6.4)

 

2.2

   Veränderung in Lokalwährungen in %

4.8

4.8

 

4.2

 

 

 

 

 

Bruttogewinn

290.3

290.3

275.0

314.6

   Marge in %

79.0

79.0

78.4

80.2

   Veränderung2 in %

(7.7)

(7.7)

 

2.6

 

 

 

 

 

EBITDA

98.3

98.3

99.1

122.9

   Marge in %

26.8

26.8

28.3

31.3

   Veränderung2 in %

(20.0)

(20.0)

 

3.5

 

 

 

 

 

Betriebsgewinn (EBIT)

38.9

79.2

75.4

98.8

   Marge in %

10.6

21.6

21.5

25.2

   Veränderung2 in %

(60.6)

(19.9)

 

5.3

 

 

 

 

 

Reingewinn der Periode

38.5

65.2

59.2

82.0

   Marge in %

10.5

17.8

16.9

20.9

   Veränderung2 in %

(53.1)

(20.5)

 

(3.1)

 

 

 

 

 

Free cash flow

46.9

 

 

80.3

    in % vom Nettoumsatz

12.8

 

 

20.5

 

 

 

 

 

Gewinn pro Aktie (unverwässert, in CHF)

2.45

4.16

3.77

5.24

   Veränderung2 in %

(53.2)

(20.6)

 

(3.5)

 

 

 

 

 

Anzahl Mitarbeitende (per 30. Juni)

2'413

 

 

2'268

 

1 In dieser Mitteilung bezieht sich der Begriff „ausserordentliche Effekte“ auf die Wertminderung immaterieller Vermögenswerte in Höhe von CHF 40 Mio. und die entsprechenden latenten Steuereffekte in Höhe von CHF 13 Mio. im zweiten Quartal 2011.

2 Verglichen mit den für 2010 ausgewiesenen Zahlen.

 

 

ZUSAMMENFASSUNG

 

Basel, 16. August 2011: Die Straumann-Gruppe meldete heute ein organisches Umsatzwachstum von 5% in Lokalwährungen (LW) mit einem Nettoumsatz von CHF 367 Mio. für das erste Halbjahr 2011. Das Wachstum im zweiten Quartal beschleunigte sich leicht auf über 5% (in LW); verantwortlich hierfür waren höhere Verkaufsvolumen bei Implantaten und Scanner-Ausrüstungen. Die fortgesetzte Stärkung des Schweizer Frankens gegenüber den wichtigsten Fremdwährungen verschärfte den beispiellosen negativen Währungseffekt und schmälerte das Umsatzwachstum um CHF 42 Mio. resp. 11 Prozentpunkte. Der Nettoumsatz in Schweizer Franken sank somit im ersten Halbjahr um 6%.

 

Angesichts der tragischen Ereignisse in Japan deutete Straumann Ende April an, die immateriellen Vermögenswerte des im Jahr 2007 übernommenen japanischen Distributors auf ihre Werthaltigkeit hin zu überprüfen. Die Gruppe beurteilt Japans Marktaussichten für die kommenden fünf bis zehn Jahre zurückhaltend und geht von einer vollständigen Wertminderung der entsprechenden Vermögenswerte aus. Deshalb erfasste sie in ihrer Halbjahresrechnung einen Wertminderungsaufwand in Höhe von CHF 40 Mio. (siehe Seite 19, Anhang 3). Ohne diese Abschreibung lag der Betriebsgewinn (EBIT) im ersten Halbjahr währungsbereinigt leicht über dem Vergleichswert von 2010 und entsprach somit den Erwartungen der Gruppe hinsichtlich des Ergebnisses. Der Reingewinn im Berichtszeitraum belief sich ohne die Wertminderung auf CHF 65 Mio., was CHF 6 Mio. über dem währungsbereinigten Vorjahreswert liegt. Die bereinigte Marge stieg so um einen Prozentpunkt auf 18%, wurde jedoch durch den Wertminderungsaufwand in Japan auf 11% reduziert.

 

In ihrem Ausblick für das Gesamtjahr erwartet die Gruppe weiterhin, den Markt erneut zu übertreffen. Während die operative Leistung auf Kurs ist, geraten die Margen angesichts der zunehmenden Stärke des Schweizer Frankens verstärkt unter Druck. Das Unternehmen geht davon aus, dass die operative Marge unter Ausschluss der Wertminderung schliesslich im hohen Zehnprozentbereich liegen dürfte.

 

Beat Spalinger, President & CEO von Straumann, erläuterte: „Dank einer soliden Performance und einer leichten Wachstumsbeschleunigung im zweiten Quartal übertraf Straumann einmal mehr den Markt. Gleichzeitig führten wir weitere Produktneuheiten und Lösungen ein – insbesondere in der digitalen Zahnmedizin; aber auch in der oralen Geweberegeneration und bei Implantaten. Zudem investierten wir in digitale Technologien, welche die Zukunft der Zahnmedizin beeinflussen werden. Ein Beispiel hierfür ist die kürzlich erworbene Minderheitsbeteiligung an Dental Wings. Diese Initiativen werden uns helfen, auch in Zukunft stärker als der Markt zu wachsen. Weitere Fortschritte auf operativer Seite erlaubten es uns, zusätzliche wachstumsfördernde Investitionen in den Vertrieb, das Marketing und in Innovationen zu tätigen. Die erzielten betrieblichen Verbesserungen werden indes durch die Wertminderung und die negativen Währungseffekte geschmälert, die zusammengenommen über CHF 80 Mio. ausmachten.“

 

 

POSITIONIERUNG ALS BEVORZUGTER PARTNER IN DER DIGITALEN ZAHNMEDIZIN

 

Digitalisierung: Die Zukunft gestalten

Digitale Technologien finden in der Zahnmedizin immer mehr Verbreitung und decken viele Anwendungen ab – von der Praxisverwaltung und Behandlungsplanung über die Bildverarbeitung, geführte Chirurgie und digitale Abdrucknahme bis hin zum computergestützten Prothetik-Design und der Fertigung. Da digitale Technologien immer gängiger werden, steigt auch die Anzahl der verschiedenen Systeme und damit der Standardisierungsbedarf.

 

Standardisierung vorantreiben

Im Juni erwarb Straumann eine Minderheitsbeteiligung von 30% an Dental Wings Inc., einem führenden Systementwickler in der digitalen Zahnmedizin. Dental Wings ist ein privat gehaltenes Unternehmen mit Hauptsitz im kanadischen Montreal, es ist auf die Entwicklung von Konstruktions- und Fertigungssoftware sowie die Produktion von 3D-Scannern spezialisiert.

 

Die Investition in Dental Wings unterstreicht das Engagement von Straumann, die Standardisierung in der Dentalbranche voranzutreiben. Im Frühjahr gaben die beiden Unternehmen die Zusammenarbeit mit 3M ESPE bekannt, um eine offene Standardsoftware-Plattform für verschiedene Dentalanwendungen zu schaffen. Damit werden die Prozesse in zahnmedizinischen Labors und Zahnarztpraxen deutlich einfacher, kosten- und zeitsparender.

 

Dental Wings ist optimal positioniert, um eine solche Initiative anzuführen, denn die DWOS-Plattform des Unternehmens überzeugt mit ihrer Funktionalität, Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit. Gleichzeitig bietet sie den Herstellern eine gemeinsame Plattform, um ihre Systeme zu öffnen und so neue Geschäfte zu generieren.

 

 

ORGANISATION GESTÄRKT

 

Neue Stellen zur Unterstützung des Umsatzwachstums

Straumann senkte ihre Einstellungsquote im ersten Halbjahr und verstärkte gezielt ihr globales Team mit 52 neuen Arbeitsplätzen, die meisten davon im Marketing und Vertrieb. Am 30. Juni 2011 beschäftigte Straumann weltweit 2’413 Mitarbeitende.

 

Neuer CFO

Im zweiten Quartal hat Straumann die Ernennung von Thomas Dressendörfer zum neuen Chief Financial Officer und Mitglied der Geschäftsleitung der Gruppe bekanntgegeben. Thomas Dressendörfer ist ein äusserst erfahrener Finanzmanager mit internationalem Hintergrund. In seiner bisherigen Karriere war er in der Gesundheits- und Konsumgüterbranche, in den Bereichen Personaldienstleistungen und Marktforschung sowie im Maschinenbau tätig. Zuletzt arbeitete er für Uster Technologies AG, eine Schweizer Publikumsgesellschaft mit vielen Gemeinsamkeiten mit Straumann. Thomas Dressendörfer wird seine neue Tätigkeit zum Ende des laufenden Quartals aufnehmen.

 

 

LANGFRISTIGES ENGAGEMENT FÜR INNOVATIONEN UND EVIDENZBASIERTE ZAHNMEDIZIN

   

Die Gruppe hielt an ihren hohen Investitionen für Forschung und Entwicklung von über 5% des Umsatzes fest. Mit 17 klinischen Studien bei mehr als 1’300 Patienten verfügt Straumann branchenweit über eines der grössten Forschungs- und Entwicklungsprogramme. Ein Grossteil davon ist der Dokumentation der langfristigen Leistungsfähigkeit des einzigartigen Straumann® Dental Implant Systems gewidmet, das alle Indikationen und Präferenzen abdeckt. Fünf klinische Studien wurden im ersten Halbjahr 2011 abgeschlossen, sechs weitere befinden sich in Vorbereitung für 2011/12. Weiter wurden zwei Fachartikel zu den Zehn-Jahres-Ergebnissen mit dem Straumann® Soft Tissue Level Implant System zur Veröffentlichung eingereicht, ebenso Zehn-Jahres-Daten zu Straumann® Emdogain®. Dies sind typische Beispiele für umfangreiche klinische Programme, die dazu dienen, Straumann von der Konkurrenz abzuheben und den Kunden mittels langfristiger Leistungsfähigkeit der Produkte Sicherheit zu bieten.

 

Die Gruppe hielt auch an ihrem Engagement zur Förderung unabhängiger Forschung fest, unterstrichen durch die Verleihung des IADR/Straumann Award for Periodontal Regenerative Medicine im zweiten Quartal.

 

 

ERGEBNISSE IN DEN REGIONEN

 

Das Umsatzwachstum wurde generell durch höhere Verkaufsvolumen im Implantatgeschäft vorangetrieben. Zugleich profitierte es von der fortgesetzten Einführung von Scanner-Ausrüstungen, insbesondere des iTero® Intraoral-Scanners. Ein weiterer Wachstumstreiber für Straumann waren die Produkte für orale Geweberegeneration.

 

Alle Regionen verzeichneten anhaltendes Wachstum im zweiten Quartal. Nordamerika leistete mit einem hohen einstelligen Zuwachs wiederum den Hauptbeitrag, während Europa und Asien/Pazifik bescheidenere Steigerungen meldeten. Die Region „Rest der Welt“ zeigte mit 30% ein anhaltend dynamisches Wachstum.

 

Nordamerika kurz vor zweistelligem Wachstum

In Nordamerika stieg der Umsatz von 8% im ersten Quartal auf fast 10% (in LW) im zweiten Quartal, angetrieben durch Implantatverkäufe, die Einführung digitaler Lösungen und das nachhaltige Wachstum von Straumann® Allograft. Die starke Abwertung des US-Dollars drückte das regionale Wachstum in Schweizer Franken um 17 Prozentpunkte, der Nettoumsatz verringerte sich leicht auf CHF 78  Mio.

 

Bescheidenes Wachstum in Europa

Europa hatte als grösste Region von Straumann weiterhin mit gedämpftem Verbrauchervertrauen, Arbeitslosigkeit und – in wichtigen Märkten wie Spanien, Portugal, Grossbritannien und Italien – mit der Problematik der Staatsverschuldung zu kämpfen. Dennoch erzielte die Gruppe dank des Verkaufserfolgs ihrer Scanner-Ausrüstungen ein bescheidenes Wachstum von 1% (in LW).

 

Auf Länderebene fielen die Ergebnisse gemischt aus: Die Tochtergesellschaften in den Niederlanden und Frankreich erzielten weiterhin gute Ergebnisse, und Deutschland lag leicht über dem Vorjahresvergleichswert. Spanien und Schweden schrumpften dagegen leicht.

 

Die Schwäche des Euro und des britischen Pfunds gegenüber dem Schweizer Franken führte zu einem negativen Währungseffekt von mehr als 10 Prozentpunkten; für die Region resultierte daraus ein Nettoumsatz von CHF 219 Mio.

 

Verbesserung in Asien/Pazifik

Die Region Asien/Pazifik legte um 6% (in LW) auf CHF 52 Mio. zu und steuerte damit 14% zum Nettoumsatz der Gruppe bei. Trotz der tragischen Ereignisse in Japan – dem grössten Markt der Region – stieg der Umsatz im zweiten Quartal auf 9%. Die Ergebnisse wurden vom Wachstum in China und Japan sowie durch die positive Entwicklung in Korea und Australien angetrieben.

 

Der Mut und die Entschlossenheit der Mitarbeitenden von Straumann Japan in den vergangenen sechs Monaten waren beeindruckend. Sie bezeugten damit den Anspruch von Straumann zu „simply doing more“. Trotz der aussergewöhnlichen Umstände im zweiten Quartal führten sie die Straumann® Bone Level-Implantatlinie erfolgreich in Japan ein. Diese ist ein Schlüsselelement in der Strategie der Gruppe, rascher als der lokale Markt zu wachsen. Dank dieser Markteinführung verzeichnete Japan zum ersten Mal seit über zwei Jahren wieder solide Wachstumsraten.

 

Obwohl die Auswirkungen des Tsunami weniger schwerwiegend erscheinen als ursprünglich befürchtet, ist Straumann infolge des gesunkenen Verbrauchervertrauens und der stockenden wirtschaftlichen Entwicklung vorsichtig mit der Prognose, wann die Dentalmärkte in Japan zu nachhaltigem, solidem Wachstum zurückkehren werden. Angesichts der Grösse und der langfristigen Attraktivität des japanischen Markts hält die Gruppe unvermindert an ihrem Engagement im Land fest und beabsichtigt, in Zukunft weiter dort zu investieren. Als Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls spendete die Gruppe mehr als CHF 500’000 für die Katastrophenhilfe in Japan.

 

Starkes Wachstum im Rest der Welt

Im „Rest der Welt“ stieg der Nettoumsatz um 37% in Lokalwährungen bzw. 32% in Schweizer Franken, was auf das dynamische Wachstum im Nahen Osten, in Brasilien und anderen Schwellenländern zurückzuführen ist. Das Wachstum schnellte im zweiten Quartal auf 49% (in LW) empor. Mit einem Nettoumsatz von CHF 18 Mio. leistete die Region einen Beitrag von 5% zum Gesamtumsatz der Gruppe.

 

 

OPERATIVE UND FINANZIELLE SITUATION

 

Betriebliche Verbesserungen gleichen negativen Währungseffekt teilweise aus

Volumensteigerungen und höhere Umsätze bei höhermargigen Produkten (z.B. Roxolid®) federten den starken negativen Währungseffekt von CHF 40 Mio. (entsprechend 180 Basispunkten) etwas ab. Die Bruttomarge lag bei 79% und damit 60 Basispunkte über der währungsbereinigten Marge im ersten Halbjahr 2010.

 

Straumann hat bereits Massnahmen eingeleitet, um das Währungsrisiko zu reduzieren. So sollen unter anderem der Beitrag der USA zur weltweiten Produktion erhöht sowie Verträge mit Lieferanten neu verhandelt und nach Möglichkeit von Schweizer Franken auf Euro bzw. US-Dollar umgestellt werden.

 

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten (SG&A) nahmen deutlich zu, hauptsächlich infolge der Wertminderung im Umfang von CHF 40 Mio. Zudem investierte die Gruppe weiter in das Vertriebspersonal sowie in neue Produkteinführungen. Dieser Mehraufwand wurde zum Teil durch günstige Wechselkurse wieder ausgeglichen, da der Grossteil der Vertriebskosten von Straumann in Währungen anfällt, die gegenüber dem Schweizer Franken an Wert verloren haben. Ohne besagte Wertminderung blieben die Vertriebs- und Verwaltungskosten mit CHF 193 Mio. mehr oder weniger stabil.

 

Die Forschungs- und Entwicklungskosten nahmen im Vergleich zum Rekordwert in der Vorjahresperiode leicht ab. Mit CHF 19 Mio. lagen sie aber weiterhin bei über 5% des Nettoumsatzes, was Ausdruck des Bekenntnisses der Gruppe zur Innovationsführerschaft und zu langfristigen klinischen Spitzenleistungen ist.

 

EBITDA auf währungsbereinigter Basis weiterhin stabil

Das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) sank um CHF 25 Mio. auf CHF 98 Mio., blieb aber währungsbereinigt stabil. Die EBITDA-Marge belief sich auf 27%. Die erfolgreiche Beilegung von Rechtsstreitigkeiten mit Geschäftspartnern führte zur Auflösung entsprechender Rückstellungen; dies trug CHF 5 Mio. zum Betriebsergebnis bei.

 

Nach Abzug von ordentlichen Amortisationen und Abschreibungen im Umfang von CHF 19 Mio. sowie nach Abzug der Wertminderung von CHF 40 Mio. belief sich der Betriebsgewinn (EBIT) auf CHF 39 Mio. Bereinigt um Währungseffekte und Wertminderung wäre der Betriebsgewinn leicht um CHF 4 Mio. gestiegen, was einer unveränderten EBIT-Marge von über 21% entspräche.

 

Das Nettofinanzergebnis belief sich auf minus CHF 2 Mio., was hauptsächlich auf transaktionsbedingte Währungsverluste zurückzuführen ist. Aufgrund einer Reduktion latenter Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Wertminderung immaterieller Vermögenswerte resultierten die Einkommenssteuern in einem Ertrag von CHF 1 Mio. (CHF 14 Mio. weniger als im ersten Halbjahr 2010). Künftig erwartet das Unternehmen einen Ertragssteuersatz um die 17%.

 

Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Faktoren resultierte im ersten Halbjahr insgesamt ein Reingewinn von CHF 38 Mio. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie von CHF 2.45 bzw. CHF 4.16, wenn die Wertminderung und die entsprechenden Auswirkungen auf latente Steuerverbindlichkeiten ausklammert werden.

 

Höheres Nettoumlaufvermögen belastet operativen Cashflow

Der Geldfluss aus operativer Geschäftstätigkeit nahm um 36% auf CHF 58 Mio. ab. Dies war fast ausschliesslich auf den negativen Währungseffekt zurückzuführen. Die Veränderungen beim Umlaufvermögen waren ähnlich wie 2010.

 

Trotz einer leichten Zunahme um CHF 1 Mio. waren die Investitionen in Sachanlagen und Vermögenswerte mit CHF 11 Mio. wieder vergleichsweise niedrig. Der Grund dafür ist, dass die Implantatproduktion in früheren Jahren ausgeweitet wurde und so in der Berichtsperiode keine grösseren Investitionen erforderlich waren.

 

Der Free Cashflow belief sich auf CHF 47 Mio., was einer Marge von 13% entspricht.

 

Der Kaufpreis für die Minderheitsbeteiligung an Dental Wings betrug CHF 6 Mio. Der Geldabfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich nach Auszahlung der ordentlichen Dividende von CHF 59 Mio. auf netto CHF 61 Mio. Per 30. Juni 2011 beliefen sich die liquiden Mittel mit CHF 325 Mio. auf mehr als 10% der Marktkapitalisierung der Gruppe.

 

Erwägungen zur Erhöhung des Anteils eigener Aktien um bis zu CHF 100 Mio.

Die Gruppe erwägt, im freien Handel über einen unbestimmten Zeitraum hinweg Straumann-Aktien im Umfang von bis zu CHF 100 Mio. zu erwerben, abhängig von der weiteren Entwicklung des Aktienkurses. Diese Aktien werden im Bestand eigener Aktien gehalten. Ihr Kauf wird die hohen Bargeldbestände des Unternehmens reduzieren und weiterhin die Wahrnehmung strategischer Opportunitäten ermöglichen.

 

 

AUSBLICK (unter Vorbehalt unvorhergesehener Ereignisse)

Aufgrund der derzeitigen makroökonomischen Unsicherheiten schätzt Straumann, dass sich die Erholung der Konjunktur in ihren wichtigsten Märkten verlangsamen wird. Deshalb erwartet die Gruppe, dass der Markt im gesamten Jahresverlauf im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen wird – leicht unter der bisherigen Prognose eines mittleren einstelligen Wachstums.

 

Aufgrund ihrer klinisch bewährten Produkte, ihrer organisatorischen Stärke, ihrer differenzierten Dienstleistungen, der Produkteinführungen im Jahr 2010 sowie der Investitionen in das Vertriebspersonal ist die Gruppe überzeugt, dass sie für das Gesamtjahr erneut ein überdurchschnittliches Wachstum erzielen kann.

 

Im zweiten Quartal verloren die wichtigsten Geschäftswährungen von Straumann, der Euro und der US-Dollar, gegenüber dem Schweizer Franken weiter an Boden. Im Juli setzten sie ihren unvorhersehbaren Abwärtstrend fort und erreichten historische Tiefststände. Dies erhöht den Druck auf den Gewinn zusätzlich. Obwohl das ordentliche operative Ergebnis der Gruppe dem im April prognostizierten Wert voll und ganz entspricht, ist es unwahrscheinlich, dass sich der zunehmend negative Währungseffekt ausgleichen lässt.

Unter Berücksichtigung der erwähnten Wachstumsschätzung und weiterer Währungseinflüsse dürfte die operative Marge am Ende des Geschäftsjahres ohne die Wertminderung im Zusammenhang mit Japan im hohen Zehnprozentbereich liegen.