Straumann weist Jahresumsatz von CHF 686 Mio. aus 

  • Solides Wachstum in Nordamerika kompensiert schleppende Entwicklung in Europa; Asien/Pazifik nach wie vor stabil
  • Bruttogewinnmarge verbessert sich um 130 Basispunkte auf 78%; EBIT-Marge von 15% unter Ausklammerung von Sondereffekten
  • Wertminderungen und andere Sondereffekte1 schmälern ausgewiesene Gewinne
  • Vision 2020 und fundamentale Marktdaten intakt
  • Neodent entwickelt sich entsprechend den Erwartungen
  • Gleichbleibende Dividende von CHF 3.75 pro Aktie vorgeschlagen
  • Neuer CEO soll Unternehmenserfolg vorantreiben

 

 

 

KENNZAHLEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (in CHF Mio.)

2012

2012

2011

2011

 

   ausgewiesen  

   ausgenommen  

Sondereffekte1

   ausgewiesen  

   ausgenommen  

Sondereffekte1

Umsatz

686.3

 

693.6

 

   Veränderung in CHF %

(1.1)

 

(6.0)

 

   Veränderung in LW %

(1.6)

 

4.1

 

   Veränderung in LW % (ohne iTero2)  

(1.0)

 

 

 

 

 

 

 

 

Bruttogewinn

531.5

534.4

528.5

 

   Marge in %

77.5

77.9

76.2

 

   Veränderung in %

0.6

1.1

(10.0)

 

 

 

 

 

 

EBITDA

117.4

130.4

157.4

 

   Marge in %

17.1

19.0

22.7

 

   Veränderung in %

(25.4)

(17.2)

(25.7)

 

 

 

 

 

 

Betriebsgewinn (EBIT)

61.0

99.5

79.9

120.1

   Marge in %

8.9

14.5

11.5

17.3

   Veränderung in %

(23.7)

(17.2)

(51.4)

(26.9)

 

 

 

 

 

Reingewinn

36.4

 

71.0

 

   Marge in %

5.3

 

10.2

 

   Veränderung in %

(48.6)

 

(45.9)

 

 

 

 

 

 

Gewinn pro Aktie

(unverwässert, in CHF)

2.36

 

4.54

 

 

 

 

 

 

Free Cashflow 3

95.2

 

121.1

 

    Marge in %

13.9

 

17.5

 

     Veränderung in %

(21.4)

 

(21.5)

 

 

 

 

 

 

Mitarbeitende (am Jahresende)

2517

 

2452

 

 

 

Basel, 21. Februar 2013: Im Jahr 2012 erzielte die Straumann-Gruppe einen Umsatz von CHF 686 Mio., in Lokalwährungen (LW) nicht ganz 2% und in Schweizer Franken knapp 1% unter dem Vorjahresumsatz; dies reflektiert den zum ersten Mal seit 2007 positiven Währungseffekt. Nordamerika erwies sich als wichtigster Umsatztreiber, ergänzt durch zweistelliges Wachstum in China und Lateinamerika. Diese guten Leistungen reichten indes nicht, um schleppende Umsätze in Europa, Japan und im Nahen Osten wettzumachen.

 

Trotz einer Verbesserung um 130 Basispunkte bei der Bruttomarge (78%) sank der Betriebsgewinn (EBIT) auf CHF 61 Mio., was einer Marge von 9% entsprach. Ohne Sondereffekte – eine Wertminderung von CHF 21 Mio. im Zusammenhang mit dem Geschäft mit regenerativen Produkten sowie Einmalaufwendungen von CHF 18 Mio. wegen Kostenoptimierungsinitiativen und Abfindungen – läge der Betriebsgewinn bei CHF 100 Mio. (2011: CHF 120 Mio.), was einer Marge von nahezu 15% entspricht.

 

Der ausgewiesene Reingewinn inklusive  Sondereffekte betrug CHF 36 Mio.; der unverwässerte Gewinn pro Aktie belief sich auf CHF 2.36 (2011: CHF 4.54).

 

Gilbert Achermann, VR-Präsident und amtierender CEO, kommentierte: „Wir haben unser Geschäft in Nordamerika und in anderen wichtigen Wachstumsmärkten wie China und Brasilien weiter ausgebaut. Die kräftigen Zuwächse dort reichten jedoch nicht, um den Rückgang in unserer Hauptregion Europa wettzumachen. Aufgrund der geringeren Umsätze und der auf Wachstum ausgerichteten Kostenbasis sanken unsere Margen auf ein Niveau, das ein rigoroses Kostenmanagement auf allen Ebenen sowie einen neuen, resoluten Führungsstil erfordert, damit Änderungen rasch und konsequent vollzogen werden. Wir haben entsprechende Massnahmen eingeleitet und sind entschlossen, unsere Betriebsmarge mittelfristig auf ein signifikant höheres Niveau zu verbessern. Der Verwaltungsrat ist zuversichtlich, dass das Unternehmen dies mit Marco Gadola als neuem CEO erreichen wird.“

 

 

GESCHÄFTSGANG

 

In einem schwierigen Umfeld in Europa und in Teilen Asiens gelang es Straumann, die Umsätze im Implantatgeschäft auf Vorjahresniveau zu halten. Das Geschäft mit restaurativen Lösungen (CADCAM/digital) verlangsamte sich 2012 im Vergleich zum starken Vorjahr. Im Gegensatz dazu verzeichneten die regenerativen Produkte als kleinster Bereich von Straumann ein erfreuliches Wachstum.

 

Erholung in Europa ist noch nicht in Sicht

Die Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds, Sparmassnahmen und eine hohe Arbeitslosigkeit v. a. in Südeuropa dämpften das Verbrauchervertrauen. Dies führte zu einem Rückgang der Zahnarztbesuche und bewog Patienten, Behandlungen aufzuschieben oder günstigere, suboptimale Lösungen zu wählen. Grosse Märkte wie Spanien und Italien, die fragmentiert und von Billiganbietern geprägt sind, erlitten die deutlichsten Rückgänge, da sich die Kluft zwischen den angeschlagenen und den wohlhabenderen Volkswirtschaften vergrösserte.

 

In Europa sanken die Umsätze um 5% (in LW) auf CHF 378 Mio., entsprechend 55% des Gesamtumsatzes der Gruppe. Der negative Währungseffekt war dank des von der Schweizerischen Nationalbank festgelegten Euro-Mindestkurses auf lediglich 1 Prozentpunkt begrenzt.

 

Wachstum in Nordamerika hält an

Nordamerika – die zweitwichtigste Region von Straumann – erzielte für das Gesamtjahr ein solides Wachstum von 6% in LW. Nach mehrjähriger Talfahrt gewann der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken wieder an Wert und beschleunigte das Wachstum in Schweizer Franken um 6 Prozentpunkte auf 12%. In der Folge erzielte Nordamerika einen Rekordumsatz von CHF 174 Mio., 25% des Umsatzes der Gruppe. Getragen wurde diese Entwicklung von einer soliden Nachfrage für Implantate und regenerative Lösungen.

 

Uneinheitliches Bild in Asien/Pazifik

15% des Umsatzes der Gruppe oder CHF 104 Mio. wurden in Asien/Pazifik generiert. In Lokalwährungen lagen die Ergebnisse auf Vorjahreshöhe; dank des positiven Währungseffekts resultierte in Schweizer Franken ein Plus von 3%. Japan litt als grösster Markt der Region unter einem Konjunkturabschwung sowie unter negativen Medienberichten über die Dentalimplantologie; der Markt wird sich davon nur langsam erholen. Der von lokalen Billigherstellern dominierte und gesättigte südkoreanische Markt stellte die Gruppe erneut vor hohe Herausforderungen. Wie bereits erwähnt, erzielte China mit seinem Wachstum über das ganze Jahr die besten Ergebnisse der Region.

 

Rest der Welt von Unruhen im Nahen Osten überschattet

Die als „Rest der Welt“ bezeichnete Region hat rund 4% zum Umsatz der Gruppe beigetragen. Dieser wurde vor allem in Brasilien, Mexiko und im Nahen Osten erwirtschaftet.

 

Der Umsatz ging 2012 um 3% in LW bzw. 7% in Schweizer Franken auf CHF 31 Mio. zurück, was sich vor allem auf sozio-politische Unruhen, Embargos sowie rückläufige Ausgaben im privaten und staatlichen Sektor im Nahen Osten zurückführen lässt, die sich auch die Zahnmedizin auswirkten.

 

Brasilien verzeichnete als grösster Markt der Region im Gegensatz dazu ein kräftiges Wachstum, sowohl bei Straumann als auch bei Neodent.

 

 

UMSATZ PRO REGION

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (in CHF Millionen)

   Q4 2012  

   Q4 2011  

   FY 2012  

   FY 2011  

Europa

93.7

100.7

378.1

404.4

   Veränderung in CHF %

(7.0)

(9.2)

(6.5)

(9.1)

   Veränderung in LW %

(6.3)

(3.4)

(5.1)

0.2

 

 

 

 

 

Nordamerika

43.3

42.4

173.7

155.6

   Veränderung in CHF %

2.1

2.8

11.7

(5.5)

   Veränderung in LW %

0.0

12.0

6.4

10.2

 

 

 

 

 

Asien / Pazifik

24.4

25.0

103.9

100.7

   Veränderung in CHF %

(2.1)

3.0

3.2

0.2

   Veränderung in LW %

(1.0)

5.7

(0.3)

5.5

 

 

 

 

 

Rest der Welt

6.4

7.5

30.5

32.9

   Veränderung in CHF %

(14.9)

4.7

(7.3)

19.6

   Veränderung in LW %

(10.4)

11.1

(3.0)

26.0

 

 

 

 

 

GRUPPE

167.8

175.6

686.3

693.6

   Veränderung in CHF %

(4.4)

(4.4)

(1.1)

(6.0)

   Veränderung in LW %

(4.2)

1.8

(1.6)

4.1

   Veränderung in LW % (ohne iTero4)  

(3.3)

 

(1.0)

 

 

 

OPERATIVE UND FINANZIELLE SITUATION

 

Bruttomarge steigt auf 78%

Ohne Sondereffekte von CHF 3 Mio. lag der Bruttogewinn bei CHF 534 Mio. und war damit um CHF 6 Mio. höher als 2011 – dank Preiserhöhungen, Effizienzsteigerungen in der Produktion und einem günstigen Geschäftsmix (geringere Verkäufe von Scannern). Insgesamt machten diese Faktoren den Volumenrückgang wett. Die Bruttomarge vergrösserte sich so um 170 Basispunkte auf 78%.

 

Betriebsgewinn ohne Sondereffekte erreichte nahezu 15%

Der ausgewiesene Verwaltungs- und Vertriebsaufwand (SG&A) stieg auf CHF 424 Mio. Gründe hierfür waren vor allem eine Goodwill-Wertminderung von CHF 21 Mio. im Zusammenhang mit der organisatorischen Heraufsetzung des Geschäftsbereichs für regenerative Produkte und ein Aufwand von CHF 15 Mio. im Zusammenhang mit dem Kostenoptimierungsprogramm sowie für Abfindungen. Ohne diese Sondereffekte erhöhten sich die Ausgaben für SG&A um CHF 16 Mio. auf CHF 387 Mio.; wovon CHF 5 Mio. im Zusammenhang mit der Reorganisation und der Neodent-Akquisition im ersten Halbjahr verwendet wurden.

 

Die Investitionen für Forschung und Entwicklung erhöhten sich auf CHF 49 Mio. bzw. 7% des Umsatzes. Dies unterstreicht das Bekenntnis der Gruppe zu Innovation und reflektiert den Ausbau der Entwicklungsaktivitäten von Straumann im Bereich digitaler Lösungen neben der weiterhin gut gefüllten Entwicklungspipeline.

 

Aufgrund der oben erwähnten Faktoren ging der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Amortisationen (EBITDA) und vor Sondereffekten um CHF 27 Mio. auf CHF 130 Mio. bzw. 19% des Umsatzes zurück.

 

Nach Abzug von ordentlichen Amortisationen und Abschreibungen von rund CHF 35 Mio. belief sich der Betriebsgewinn (EBIT) ohne Sondereffekte auf CHF 100 Mio. (2011: CHF 120 Mio.). Währungseffekte hatten keinen signifikanten Einfluss. Die entsprechende EBIT-Marge lag bei 15% und damit etwas weniger als 3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

 

Sondereffekte beeinträchtigen Reingewinn

Das Nettofinanzergebnis war nach dem Minus von CHF 2 Mio. im Vorjahr leicht positiv. Die Beiträge von Neodent und Dental Wings (an denen Straumann 49% bzw. 44% hält) sind in der Erfolgsrechnung unter ‘Anteiliges Ergebnis an assoziierten Unternehmen’ ausgewiesen. Zusammen trugen sie CHF 7 Mio. zum Gesamtergebnis bei. Wird jedoch der Amortisationsaufwand aus der Kaufpreisallokation eingerechnet, ergibt sich für diese Beteiligungen ein negativer Beitrag von CHF -6 Mio.5; 2013 dürften sich diese Investitionen gemäss IFRS ertragssteigernd auswirken.

 

Die Einkommenssteuern lagen mit CHF 19 Mio. um CHF 12 Mio. höher als im Vorjahr, als  die Wertminderung in Japan den ausgewiesenen Steuersatz auf 9% reduzierte.

 

Unter Berücksichtigung der genannten Faktoren und Sondereffekten belief sich der ausgewiesene Reingewinn auf CHF 36 Mio.; die entsprechende Marge lag bei 5%. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie belief sich auf CHF 2.36.

 

Verbesserung des Umlaufvermögens

Der Geldfluss aus Betriebstätigkeit nahm um 18% auf CHF 115 Mio. ab. Gründe hierfür waren höhere Steuerzahlungen im Berichtszeitraum, Abfindungen und ein gestiegener Betriebsaufwand. Verminderte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie höhere Verbindlichkeiten verbesserten die ‚Änderungen im Umlaufvermögen‘ im Jahresvergleich um CHF 7 Mio. Da der Investitionsaufwand bei CHF 19 Mio. praktisch stabil blieb, betrugen der Free Cashflow CHF 95 Mio. und die entsprechende Marge 14%.

 

Der Kaufpreis für die 49%-Beteiligung an Neodent belief sich auf CHF 261 Mio. Straumann bezahlte zudem CHF 5 Mio. für die Erhöhung ihrer Beteiligung an Dental Wings um 14%. Die Zahlungen erfolgten jeweils in bar. Die Eigenkapitalquote lag Ende 2012 bei 82%.

 

Nach Auszahlung der ordentlichen Dividende in Höhe von CHF 58 Mio. belief sich der Geldabfluss aus Finanzierungstätigkeit auf CHF 63 Mio. Ende 2012 waren CHF 141 Mio. liquide Mittel vorhanden.

 

Gleichbleibende Dividende

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung am 5. April 2013 eine ordentliche Dividende von CHF 3.75 pro Aktie vorschlagen.

 

Kostenreduktionen durch Personalabbau wirken sich 2013 aus

Die Gruppe kündigte im vierten Quartal die Streichung von weltweit 150 Stellen an, die mittels Transfers, natürlicher Fluktuation, Frühpensionierungen und dem Abbau von Redundanzen erfolgen sollte. Gleichzeitig nimmt die Straumann-Gruppe ihre soziale Verantwortung wahr. Mit dem Stellenabbau begonnen wurde 2012, der Rest folgt 2013.

 

AUSBLICK 2013 (vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse)

Während das Wirtschaftsumfeld und die Konsumentenstimmung in Europa weiterhin Hindernisse für den Erfolg von Straumann darstellen, dürfte sich das Geschäft in Wachstumsmärkten wie Nordamerika, China und Brasilien weiterhin gut entwickeln. Straumann wird weiterhin selektiv in solche Wachstumsmärkte investieren.

 

Ausgehend von allgemeinen Fundamentaldaten, dem Strategieplan und den Ergebnissen ihres Kostenoptimierungsprogramms geht die Gruppe davon aus, dass sie 2013 – auch in einem schwachen Marktumfeld – höhere Gewinne erzielen wird. Straumann ist bestrebt, mittelfristig wieder ein solides Wachstum und eine signifikant höhere Betriebsmarge zu erzielen.

 

Geschäftsbericht 2012

Der Straumann Geschäftsbericht 2012 steht unter annualreport.straumann.com sowie auf den Webseiten für Medien und Investoren unter www.straumann.com als Vorabdruck ab sofort zur Verfügung.

 

 

Über Straumann

Straumann (SIX: STMN) mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein weltweit führendes Unternehmen für implantatbasierte, restaurative sowie regenerative Zahnmedizin. Zusammen mit führenden Kliniken, Forschungsinstituten und Hochschulen erforscht und entwickelt Straumann Dentalimplantate, Instrumente und CADCAM-Prothetik für Zahnersatzlösungen sowie Produkte für die Geweberegeneration resp. zur Verhinderung von Zahnverlusten. Insgesamt beschäftigt die Straumann-Gruppe rund 2‘500 Mitarbeitende weltweit. Ihre Produkte und Dienstleistungen werden in mehr als 70 Ländern über eigene Vertriebsgesellschaften und ein breites Netz von Vertriebsunternehmen verkauft.