Straumann® PURE Ceramic Implantat

Insertion eines Keramikimplantats nach Alignertherapie zur Aufrichtung des Eckzahns bei einem Patienten mit Hypodontie

Klinischer Fallbericht von Julia Plattner, Vasileios Alevizakos, Constantin von See

Dieser Fallbericht beschreibt die Entfernung eines unzureichend osseointegrierten Implantats und die anschliessende Insertion eines Straumann® PURE Ceramic Implantats Monotype mit minimalinvasiven geführten Instrumenten. Das Dentalimplantat mit provisorischer Versorgung bot dem Patienten sofortigen Komfort bei guter Ästhetik und gewährleistete – ein wichtiger Aspekt – eine gute Weichgewebekonditionierung. 

Ausgangslage

37 Jahre alter Patient mit einem gelockerten Implantat in Regio 13. Der Patient leidet unter Spondylitis ankylosans, weswegen er alle 4 bis 8 Wochen 50 mg Golinumab einnimmt. Nach Angaben des Patienten wurde das Implantat in Regio 13 vor 12 Jahren gesetzt, um eine infolge seiner Hypodontie entstandene Zahnlücke zu schliessen. Auf der Panoramaschichtaufnahme wurden vier Implantate (Regio 13, 15, 23 und 25) identifiziert. Die beiden weit mesial durchgebrochenen Eckzähne waren überkront worden, um die nicht angelegten seitlichen Schneidezähne im Oberkiefer zu ersetzen. Die Lücke in Regio 13 war mit einer implantatgetragenen Krone geschlossen worden, die mit der Krone des seitlichen OK-Schneidezahns verblockt war (Abb. 1). Die Kronen wurden durchtrennt und das Implantat in Regio 13 ohne Probleme mit einer Zange entfernt (Abb. 2). Alle anderen Implantate waren fest im Knochen verankert. 

Behandlungsplanung

Nach Anfertigung einer DVT-Aufnahme erfolgte die digitale Implantatplanung (coDiagnostiX™, Dental Wings, Montreal, Kanada) (Abb. 3). Das apikale Platzangebot in Regio 13 war nicht ausreichend, um sogleich ein neues Implantat zu setzen (Abb. 4). Der erforderliche koronale und apikale Mindestabstand zwischen einem Implantat und den angrenzenden Zähnen beträgt 1,5 mm, was in diesem Fall im koronalen Bereich gegeben war, nicht jedoch im apikalen Bereich. Vor der Implantatbehandlung wurde daher eine Alignertherapie durchgeführt, um die Wurzel des Eckzahns (13) aufzurichten (Mesialisierung). Hierzu wurden auf den Zähnen 12, 14 und 22 drei Attachments geklebt. Die Aligner mussten täglich etwa 23 Stunden lang getragen werden, insgesamt wurden für die Behandlung acht Aligner-Schienen angefertigt. Die Patientenkooperation war sehr gut und der erforderliche Platz für das Implantat wurde problemlos geschaffen. Für die geführte Chirurgie wurde nach einer Einheilzeit von 10 Monaten eine Abformung vorgenommen und das Gipsmodell wurde gescannt. Der exportierte DVT-Datensatz und die STL-Dateien mit den Scandaten des Gipsmodells wurden in die Planungssoftware (coDiagnostiX™, Dental Wings, Montreal, Kanada) importiert, und eine Bohrschablone wurde entworfen und von einem 3D-Drucker gefertigt. Abbildung 4 zeigt die präoperative intraorale Situation. 

Chirurgisches Verfahren

Nach lokaler Betäubung wurde das Weichgewebe unter Verwendung der Bohrschablone ausgestanzt (Abb. 5). Es folgte die Implantatbettpräparation mit geführten Bohrern und Knochenverdichtern (Abb. 6). Anschliessend wurde das Straumann® PURE Ceramic Implantat Monotype (Straumann, Basel, Schweiz), Durchmesser 3,3 mm, Länge 10 mm, Aufbauhöhe 4 mm, mit einem Eindrehmoment von nicht mehr als 35 Ncm inseriert (Abb. 7). Die postoperative Prüfung der Okklusionsebene ergab trotz Tiefbiss des Patienten einen ausreichenden Abstand zwischen dem Implantataufbau und dem Antagonisten (Abb. 8). Eine postoperative Röntgenaufnahme bestätigte, dass die angrenzenden Zähne unverletzt waren. Um die Ausrichtung der Zahngruppe im Seitenzahnbereich zu sichern, wurde das Implantat mit einem Sofortprovisorium versorgt. Während der Retentionsphase der Alignertherapie wurde die provisorische Krone mit dem Retainer verblockt (Abb. 9).

Prothetische Versorgung

Nach 6 Monaten Einheilzeit wurde die provisorische Krone entfernt. Das Straumann® PURE Ceramic Implantat Monotype zeigte alle Zeichen einer vollständigen Osseointegration. Die Röntgenaufnahme war ohne pathologischen Befund (Abb. 10). Für die Herstellung der definitiven Implantatkrone wurden eine Präzisionsabformung des Oberkiefers und eine reguläre Abformung des Gegenkiefers sowie eine Bissregistrierung vorgenommen. Nach weiteren zwei Wochen wurde die fertiggestellte Krone erfolgreich mit FujiCEM 2 auf das Implantat zementiert. 

Endergebnis

Sowohl der Zahnarzt als auch der Patient waren mit dem funktionellen und ästhetischen Ergebnis der Versorgung zufrieden (Abb. 11). Wie in diesem Fallbericht dargelegt, bietet die Implantation eines Keramikimplantats im Frontzahnbereich des Oberkiefers eine ästhetische Lösung, um den fehlenden Schneidezahn zu ersetzen. Je nach Patientenfall kann es erforderlich sein, den Bereich des geplanten Implantatbetts vor der eigentlichen Implantatbehandlung mittels Alignertherapie zu optimieren.