Interview Katja Busse

Als Head of Product Management Implantology führen Sie ein Team an. Was waren Ihre persönlichen Erfolgsbausteine? 

Ich bin 2005 in den Bereich Produktmanagement im Dentalbereich eingestiegen und habe sowohl verschiedene Firmen als auch verschiedene Ausprägungen des Produktmanagements erlebt. Meine persönlichen Erfolgsbausteine sind: Kommunikation in alle Richtungen, authentisch bleiben, Zuverlässigkeit und Lösungsorientiertes Denken. Vergessen darf ich dabei natürlich nicht Straumann Pro Arch, das war sicherlich ein wichtiges Projekt auf meinem Weg. Wovon ich in meiner jetzigen Situation maßgeblich profitiere, ist meine Erfahrung im Straumann HQ. Ich kenn die Prozesse, ich kenne die meisten Kollegen, das macht manches einfacher. 

Was meinen Sie war Ihr Beitrag, der den Gewinn bzw. den Erfolg von Straumann erhöht hat?

Auch wenn es manchmal drunter und drüber geht, aber ich steh voll hinter Straumann, den Produkten sowie den Entscheidungen. Das an sich bringt natürlich Motivation mit für alles, was sich einem in den Weg stellt. Darüber hinaus ist es mir wichtiger, in Lösungen zu denken, als bei Fehlern einen Schuldigen zu finden. Eine meiner Yogalehrerinnen sagt immer „wenn Du mit den Händen nicht zum Boden kommst, dann bring den Boden zu den Händen“ 

Sehr oft denken wir, Karriere läuft nach einem festen Plan. Was war Ihr größter Stolperstein? Und wie haben Sie ihn gemeistert?

Mein größter Stolperstein war eine Beförderung aus dem Team heraus zur Leitung – mit einem kleinen Team und sehr hohen inhaltlichen Erwartungen. Darüber hinaus habe ich den Fehler gemacht, meinen alten Job noch so lange weiterzumachen, bis meine Nachfolgerin kam. Dadurch kam ich in den neuen Job nicht richtig rein und aus dem alten nicht richtig raus – konnte es also niemandem Recht machen und hab am Ende dann für mich gesehen, dass es so nicht weitergehen kann. Die Zeit war zwar hart, trotzdem möchte ich sie nicht missen, weil ich sehr viele wichtige Dinge für mich gelernt habe.  Zum Beispiel würde ich bei bestimmten Personalthemen heute anders vorgehen. 

Wenn Sie Kollegen und Kolleginnen, die Karriere machen wollen, drei Tipps geben könnten, wären das …

  1. Sich nicht verrückt machen lassen, auch in hektischen Zeiten ruhig bleiben, tief durchatmen und priorisieren
  2. Sich davon verabschieden, es allen recht machen zu wollen und
  3. Sich ein Netzwerk aufbauen; es hilft ungemein, bei kniffligen Fragen zu wissen, an wen man sich wenden muss und kann.

Eine sehr gute Hilfe ist in diesem Fall das Buch „How women rise“ von Sally Helgesen und Marshall Goldsmith

Was hat Ihnen auf Ihrem Karriereweg besonders geholfen, auf die Führungsposition zu kommen?

Am meisten geholfen hat dabei die offene Kommunikation mit den Vorgesetzten. Als Frau setzt man häufig voraus, dass, wenn man fleissig genug ist und abends lange arbeitet, dass das von den Vorgesetzten gesehen und als motivierter Einsatz gesehen wird. Das ist leider ein Trugschluss, Vorgesetzte können noch keine Gedanken lesen und wenn ich nicht über meine Ambitionen und Ziele spreche, woher soll der/die Vorgesetzte sie dann kennen?

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Führen Frauen grundsätzlich anders als Männer und worin liegt der Unterschied?

Das kann ich so eindeutig gar nicht beantworten, ich hatte sowohl Frauen als auch Männer als Vorgesetzte und alle hatten ihre Eigenheiten, manchmal lernt man eben auch, wie man es besser nicht machen sollte. Ich versuche, so zu führen, wie ich geführt werden möchte: ich schätze eigenständiges Arbeiten, Mitdenken und Lösungsorientiertes Denken, um einen Bereich voranzutreiben. Es gibt 2 Dinge, auf die ich allerdings sehr schnell allergisch reagiere: Mikromanagement und PingPong spielen.

Sie arbeiten seit 3 Jahren bei Straumann Deutschland (seit 2011 bei Straumann). Was für eine Unternehmenskultur erleben Sie dort?

Vor allem im Bereich Marketing erlebe ich ein starkes Miteinander und gemeinsames Anpacken, um Herausforderungen anzugehen. Natürlich hakt es mal hier und da, aber bisher haben wir immer die Kuh vom Eis bekommen.

Was ist das Besondere an Ihrer Persönlichkeit?

Oha – fiese Frage 😊

Vielleicht kann ich es so ausdrücken: ich muss nicht mit dem Kopf durch die Wand, um meine eigenen Interessen durchzusetzen. Lieber bringe ich die richtigen Leute zusammen, um dann den für die Firma richtigen Weg zu finden.