Interview Manuela Gallus

Als Head of Marketing führen Sie ein Team an. Was waren Ihre persönlichen Erfolgsbausteine? 

Ich verantworte ein Team mit mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, das die Bereiche Produkt Management, Customer Marketing, Marketing Communications, Events sowie Fortbildungen umfasst. Meine Vision: exzellentes Sales-Marketing für die Straumann Group. Als Vertriebsorganisation kann Marketing natürlich kein Selbstzweck sein, vielmehr sind wir dann erfolgreich, wenn unsere Salesteams eingebunden sind, unsere Kampagnen und Initiativen ausgerichtet sind auf den Vertriebserfolg, aber vor allem auch auf den Kundennutzen. Dabei setze ich auf Kooperation: mein Leadteam im Marketing spielt eine ganz wichtige Rolle sowie der Input meiner GL- und Saleskollegen. Ein wesentliches Learning in meiner Karriere: Delegation. Man muss nicht alles können oder selber machen, vielmehr braucht es die richtigen Experten mit dem richtigen Mindset an den Schlüsselpositionen.

Was meinen Sie war Ihr Beitrag, der den Gewinn bzw. den Erfolg von Straumann erhöht hat?

Meine Offenheit für Neues, mein Engagement sowie  Nachhaltigkeit in der Sache. Darüberhinaus konnte ich sicherlich mit meiner Kreativität wichtige Impulse setzen, das Image von Straumann in den letzten Jahren weiterzuentwickeln, weg von dem klassischen Implantat-Hersteller hin zu einem lösungsorientierten Total Solution Provider in Esthetic Dentistry, der auch junge Zahnmediziner/innen anspricht. Gute Ideen sind aber nur so gut wie die Umsetzung: und das geht nur mit einem starken Team! Der Fleiß und das Engagement meines gesamten Teams, auch immer wieder die Extrameile zu gehen, sind outstanding und eine wesentliche Grundlage unseres Erfolges. Darauf bin ich stolz.  

Sehr oft denken wir, Karriere läuft nach einem festen Plan. Was war Ihr größter Stolperstein? Und wie haben Sie ihn gemeistert?

Wenn ich ganz ehrlich bin, war der größte Stolperstein wahrscheinlich ich selbst. Als ich vor fast 13 Jahren bei Straumann in Freiburg antrat, hatte ich weder eine Führungsrolle im Blick und schon gar nicht die der Marketingleitung Deutschland. Grundsätzlich kann ich jeder Frau nur raten, selbstbewußt zu sein, größer zu denken, authentisch zu sein und sich nicht von Rückschlägen beeindrucken zu lassen, sondern diese immer als Entwicklungschance zu sehen. 

Wenn Sie Kollegen und Kolleginnen, die Karriere machen wollen, drei Tipps geben könnten, wären das …

  1. Bleibe authentisch 
  2. Verliere Deine Ziele nie aus dem Fokus 
  3. Lerne aus Rückschlägen  

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Führen Frauen grundsätzlich anders als Männer und worin liegt der Unterschied?

Ich würde das ehrlich gesagt nicht pauschalisieren. Prinzipiell beobachte ich sehr viele Ähnlichkeiten bei erfolgreichen Managern, unabhängig des Geschlechts, dabei ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt der Zug zum Tor. Aber sicherlich helfen uns Frauen weibliche Attribute in der Führung wie Kooperation, Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Disziplin, Engagement und Organisationstalent.  

Sie arbeiten seit 2007 bei Straumann Deutschland. Was für eine Unternehmenskultur erleben Sie dort?

Unsere Unternehmenskultur hat sich in den letzten 5 Jahren sehr stark entwickelt. Eingeleitet wurde unsere „Kulturreise“ in unserer Konzernzentrale in Basel durch unseren CEO Marco Gadola persönlich und involviert alle Länderorganisationen vom Top Management bis hin zu jedem einzelnen Mitarbeiter. Wir wollen eine Player-Learner Kultur schaffen und ein Umfeld, in dem sich die Mitarbeiter entwickeln können. Unsere Kultur basiert auf Core Beliefs, unseren Verhaltensleitsätzen und dem Bewußtsein, dass Kultur immer bei einem selbst anfängt, mit der richtigen Einstellung & entsprechendem Mindset. Aus meiner Sicht ist unsere Unternehmenskultur das Rückgrat der Organisation und DAS Differenzierungsmerkmal gegenüber anderen Unternehmen der Branche. Unsere Unternehmenskultur steht an oberster Stelle unserer strategischen Prioritäten und ist ein Entwicklungsprozess bzw. eine Reise, die niemals endet.  

Was ist das Besondere an Ihrer Persönlichkeit?

Diese Frage kann ich sehr gut auf mein persönliches Wertesystem reduzieren: Toleranz und Respekt. Darüberhinaus nicht politisch zu sein in Verhandlungen.