Initiale Situation
Eine 38jährige Patientin stellte sich in der Praxis mit dem Wunsch vor, ihre Ästhetik beim Lächeln zu verbessern, da beide oberen zweiten Prämolaren fehlten (Abb. 1–3).
Die klinische Untersuchung zeigte an Zahn 16 einen intraradikulären Stift und eine Kronenpräparation. Im Nachbarquadranten war an Zahn 14 eine distale Kavität vorhanden. Insgesamt zeigte die Patientin gesundes Parodontalgewebe, war Nichtraucherin und wies keine systemischen Erkrankungen auf.
Die CBCT-Aufnahme zeigte keine Anzeichen einer akuten Infektion sowie ausreichende Knochenqualität und -quantität an beiden Positionen. Zusätzlich wurde eine verbliebene Wurzel unter der verheilten Gingiva an Position 15 identifiziert.
Behandlungsplanung
Die Ober- und Unterkiefer der Patientin wurden mit dem Straumann® SIRIOS™ Scanner gescannt. Die Scans wurden zusammen mit den DICOMDateien aus dem CBCT an Straumann® AXS™ – Smile in a Box® zur Behandlungsplanung, Schablonendesign und zum 3DDruck von Modell und OPSchablonen übermittelt.
Nach der Bewertung des Plans wurde entschieden:
- Position 15 (weiche Knochendichte, verbliebene Wurzel):
- Implantat: Straumann® BLX Roxolid® SLActive® (RB) Ø 4,5 × 8 mm
- Abutment: RB/WB M Anatomic Healing Abutment GH 1.5
- Position 25 (postextraktiv, stabile Lamina dura):
- Implantat: Straumann® BLC Roxolid® SLActive® (RB) Ø 3,7 × 8 mm
- Abutment: RB/WB M Anatomic Healing Abutment GH 1.5
Zur Auffüllung der postextraktiven Spalten wurde cerabone® plus vorgesehen.
Nach der Heilungsphase sollte ein intraoraler Scan direkt über das Anatomic Healing Abument erfolgen - ohne Freilegung. Die definitiven Restaurationen wurden als monolithische Zirkonoxidkronen auf der Variobase® geplant.
Chirurgisches Vorgehen
Unter bilateraler Lokalanästhesie begann der Eingriff an Position 15 mit einer suprakrestalen Inzision und einem Mukoperiostlappen zur Entfernung der verbliebenen Wurzel.
An Position 25 erfolgte eine minimalinvasive, lappenlose Extraktion.
Die OPSchablone wurde eingesetzt und verifiziert. Die Osteotomie erfolgte gemäß dem coDiagnostiX®Protokoll.
- Position 15:
- BLX Roxolid® SLActive® Ø 4,5 × 8 mm
- Primärstabilität: 30 Ncm
- Position 25:
- BLC Roxolid® SLActive® Ø 3,7 × 8 mm
- Primärstabilität: 50 Ncm
Cerabone® plus wurde am bukkalen Spalt von Position 25 eingebracht.
Beide Stellen erhielten das RB/WB M Anatomic Healing Abutment GH 1.5 und wurden mit Einzelknopfnähten verschlossen.
Die Patientin erhielt postoperative Anweisungen und Analgetika; Fäden wurden nach zwei Wochen entfernt.
CoDE – Center of Dental Education Ein CoDE ist Teil eines weltweiten Netzwerks unabhängiger Zentren, die modernste zahnmedizinische Versorgung nach aktuellem Stand der Wissenschaft bieten – wo Praxis auf Wissenschaft trifft.
Prothetisches Vorgehen
Nach 60 Tagen erfolgte der intraorale Scan, ermöglicht durch das Anatomic Healing Abutment – ohne Freilegung und ohne zusätzlichen Scanbody. Das reduziert das Weichgewebstrauma, erhöht Komfort und spart Behandlungszeit.
Der Scan wurde im mit dem Straumann® SIRIOS™ System erstellt und nach CARES® zur finalen Konstruktion exportiert. Das subgingivale virtuelle Profil des Anatomic Healing Abutments ließ sich nahtlos in die finale Krone übertragen.
Zwei monolithische Zirkonoxidkronen wurden gefertigt und auf Variobases® zementiert. Ein 3DModell diente der Okklusionskontrolle.
Nach Abnahme des Anatomic Healing Abutments zeigte sich ein ideal ausgeformtes Weichgewebe, perfekt für die definitive Versorgung.
Die Kronen wurden eingesetzt, die Schrauben mit 35 Ncm angezogen und die Schraubenkanäle mit PTFE und Komposit verschlossen.
Behandlungsergebnis
Das Ergebnis übertraf die Erwartungen der Patientin:
- Gesamtbehandlungszeit: 65 Tage
- Keine Beschwerden während des Ablaufs
- Nach 1 Jahr: stabile Hart- und Weichgewebsverhältnisse in Foto und Röntgenbild.
Statement des Autors
Die Straumann® Fast Molar Lösung mit dem Anatomic Healing Abutment ermöglicht ein vorhersehbares, zeitsparendes Vorgehen mit einem natürlichen Emergenzprofil ab dem ersten Tag. Das scannbare Anatomic Healing Abutment erlaubt direkte digitale Abformungen ohne Freilegung oder Verwendung eines zusätzlichen Scanbodies – zum Vorteil von Behandlern und Patienten.