#Sofortversorgung 30.03.2026

1 Jahres Follow up der Fast Molar Lösung bei bilateralen oberen Prämolaren

Ein klinischer Fallbericht von Dr. Christian Jarry, Schweiz, und Dr. Dalton Marques, Brasilien

Der folgende klinische Fallbericht zeigt die erfolgreiche Behandlung unter Verwendung sowohl der Sofort- als auch der konventionellen Implantation mit der Straumann® Fast Molar Lösung. Die optimierte Weichgewebskonditionierung, ermöglicht durch das Anatomic Healing Abutment, demonstriert dessen patientenzentrierten Nutzen. Gleichzeitig führt das Anatomic Healing Abutment zu Zeitersparnis für Behandler, da in dem anatomisch geformten Gingivaformer ein Scanbody integriert ist.

Initiale Situation

Eine 38jährige Patientin stellte sich in der Praxis mit dem Wunsch vor, ihre Ästhetik beim Lächeln zu verbessern, da beide oberen zweiten Prämolaren fehlten (Abb. 1–3).

Die klinische Untersuchung zeigte an Zahn 16 einen intraradikulären Stift und eine Kronenpräparation. Im Nachbarquadranten war an Zahn 14 eine distale Kavität vorhanden. Insgesamt zeigte die Patientin gesundes Parodontalgewebe, war Nichtraucherin und wies keine systemischen Erkrankungen auf.

Die CBCT-Aufnahme zeigte keine Anzeichen einer akuten Infektion sowie ausreichende Knochenqualität und -quantität an beiden Positionen. Zusätzlich wurde eine verbliebene Wurzel unter der verheilten Gingiva an Position 15 identifiziert.

Behandlungsplanung

Die Ober- und Unterkiefer der Patientin wurden mit dem Straumann® SIRIOS™ Scanner gescannt. Die Scans wurden zusammen mit den DICOMDateien aus dem CBCT an Straumann® AXS™ – Smile in a Box® zur Behandlungsplanung, Schablonendesign und zum 3DDruck von Modell und OPSchablonen übermittelt.

Nach der Bewertung des Plans wurde entschieden:

  • Position 15 (weiche Knochendichte, verbliebene Wurzel):
    • Implantat: Straumann® BLX Roxolid® SLActive® (RB) Ø 4,5 × 8 mm
    • Abutment: RB/WB M Anatomic Healing Abutment GH 1.5
  • Position 25 (postextraktiv, stabile Lamina dura):
    • Implantat: Straumann® BLC Roxolid® SLActive® (RB) Ø 3,7 × 8 mm
    • Abutment: RB/WB M Anatomic Healing Abutment GH 1.5

Zur Auffüllung der postextraktiven Spalten wurde cerabone® plus vorgesehen.

Nach der Heilungsphase sollte ein intraoraler Scan direkt über das Anatomic Healing Abument erfolgen - ohne Freilegung. Die definitiven Restaurationen wurden als monolithische Zirkonoxidkronen auf der Variobase® geplant.

Chirurgisches Vorgehen

Unter bilateraler Lokalanästhesie begann der Eingriff an Position 15 mit einer suprakrestalen Inzision und einem Mukoperiostlappen zur Entfernung der verbliebenen Wurzel.

An Position 25 erfolgte eine minimalinvasive, lappenlose Extraktion.

Die OPSchablone wurde eingesetzt und verifiziert. Die Osteotomie erfolgte gemäß dem coDiagnostiX®Protokoll.

  • Position 15:
    • BLX Roxolid® SLActive® Ø 4,5 × 8 mm
    • Primärstabilität: 30 Ncm
  • Position 25:
    • BLC Roxolid® SLActive® Ø 3,7 × 8 mm
    • Primärstabilität: 50 Ncm

Cerabone® plus wurde am bukkalen Spalt von Position 25 eingebracht.
Beide Stellen erhielten das RB/WB M Anatomic Healing Abutment  GH 1.5 und wurden mit Einzelknopfnähten verschlossen.

Die Patientin erhielt postoperative Anweisungen und Analgetika; Fäden wurden nach zwei Wochen entfernt.


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Prothetisches Vorgehen

Nach 60 Tagen erfolgte der intraorale Scan, ermöglicht durch das Anatomic Healing Abutment – ohne Freilegung und ohne zusätzlichen Scanbody. Das reduziert das Weichgewebstrauma, erhöht Komfort und spart Behandlungszeit.

Der Scan wurde im mit dem Straumann® SIRIOS™ System erstellt und nach CARES® zur finalen Konstruktion exportiert. Das subgingivale virtuelle Profil des Anatomic Healing Abutments ließ sich nahtlos in die finale Krone übertragen.

Zwei monolithische Zirkonoxidkronen wurden gefertigt und auf Variobases® zementiert. Ein 3DModell diente der Okklusionskontrolle.

Nach Abnahme des Anatomic Healing Abutments zeigte sich ein ideal ausgeformtes Weichgewebe, perfekt für die definitive Versorgung.

Die Kronen wurden eingesetzt, die Schrauben mit 35 Ncm angezogen und die Schraubenkanäle mit PTFE und Komposit verschlossen.

Behandlungsergebnis

Das Ergebnis übertraf die Erwartungen der Patientin:

  • Gesamtbehandlungszeit: 65 Tage
  • Keine Beschwerden während des Ablaufs
  • Nach 1 Jahr: stabile Hart- und Weichgewebsverhältnisse in Foto und Röntgenbild.

Statement des Autors

Die Straumann® Fast Molar Lösung mit dem Anatomic Healing Abutment ermöglicht ein vorhersehbares, zeitsparendes Vorgehen mit einem natürlichen Emergenzprofil ab dem ersten Tag.  Das scannbare Anatomic Healing Abutment erlaubt direkte digitale Abformungen ohne Freilegung oder Verwendung eines zusätzlichen Scanbodies – zum Vorteil von Behandlern und Patienten.