Herr Aumüller, „Let Them Shine“ schenkt Menschen in finanziellen Notlagen ein neues Lächeln. Welche Erfahrungen aus diesem Programm haben Ihnen besonders eindrücklich gezeigt, wie stark Zahnmedizin Lebensqualität und Selbstvertrauen verändern kann?
Was mich persönlich besonders bewegt, sind die Geschichten hinter den Behandlungen. Wenn Menschen berichten, dass sie nach Jahren wieder unbeschwert lächeln, essen oder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, wird sehr deutlich, dass Zahnmedizin weit über Funktion hinausgeht.
„Let Them Shine“ zeigt, wie groß der Einfluss implantatgetragener Versorgung auf Selbstwertgefühl, soziale Teilhabe und Lebensqualität ist – auch hier in Deutschland. Diese Erfahrungen bestätigen uns darin, Zahnmedizin nicht nur technisch exzellent, sondern immer auch menschlich zu denken. Für Straumann ist das ein zentraler Leitgedanke unseres Unternehmensethos: Innovation entfaltet ihren Wert erst dann vollständig, wenn sie beim Menschen ankommt.
Sie verstehen Straumann nicht als reinen Lieferanten, sondern als strategischen Partner für Praxen und Labore. Inwiefern prägt die Philosophie von „Let Them Shine“ Ihren Service- und Kundenansatz?
„Let Them Shine“ ist kein isoliertes soziales Projekt, sondern spiegelt wider, wie wir grundsätzlich arbeiten. Das Programm funktioniert nur, weil Zahnärzte, Labore und Straumann partnerschaftlich zusammenwirken, klare Prozesse einhalten und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Genau dieses Prinzip übertragen wir auf die tägliche Praxispartnerschaft: Wir begleiten unsere Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Fortbildung über digitale Workflows bis zur Integration unseres digitalen Straumann-Ökosystems. Unser Anspruch ist es, Praxen so zu unterstützen, dass Behandlungsergebnisse planbar, effizient und reproduzierbar werden. Service-Exzellenz bedeutet für uns, nicht nur zu reagieren, sondern vorausschauend mitzudenken.
Nachhaltigkeit ist bei Straumann ganzheitlich definiert – ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Welche Impulse können Zahnärztinnen und Zahnärzte daraus für ihren eigenen Praxisalltag ableiten?
Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn alle drei Dimensionen zusammengedacht werden. Ökologisch investieren wir konsequent in erneuerbare Energien und Emissionsreduktion. Sozial engagieren wir uns über die Straumann Group Foundation und Programme wie „Let Them Shine“. Wirtschaftlich wiederum unterstützen wir Praxen dabei, effizienter und zukunftsfähig zu arbeiten. Für den Praxisalltag bedeutet das: Nachhaltigkeit ist kein Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit. Digitale Workflows sparen Zeit und Ressourcen, strukturierte Prozesse erhöhen die Qualität, und soziale Verantwortung stärkt Vertrauen – bei Mitarbeitenden ebenso wie bei Patienten. Viele Praxen merken, dass diese Haltung auch die eigene Positionierung stärkt.
Straumann investiert stark in digitale Lösungen und ein vernetztes Ökosystem. Sehen Sie Synergien zwischen digitaler Transformation und sozialem Engagement?
Absolut. Digitale Technologien sind ein Enabler – auch für soziale Programme. Einheitliche Dokumentation, standardisierte Workflows und digitale Planungstools erhöhen nicht nur Effizienz, sondern auch Sicherheit und Qualität.
Im Rahmen von „Let Them Shine“ helfen klare digitale Protokolle und strukturierte Prozesse dabei, komplexe implantologische Versorgungen reproduzierbar umzusetzen. Dasselbe gilt für den Praxisalltag: Über Plattformen wie Straumann AXS lassen sich Diagnostik, Planung, Chirurgie und Prothetik nahtlos verbinden – vom Intraoralscan mit Straumann Sirios bis zur prothetischen Versorgung beispielsweise mit 3D-Druck. Das kommt letztlich allen Patienten zugute.
Das Engagement freiwilliger Zahnärzte und Labore ist ein zentraler Erfolgsfaktor von „Let Them Shine“. Welche Lehren lassen sich daraus für Praxisführung und Teamarbeit ziehen?
Die Motivation unserer freiwilligen Partner zeigt sehr deutlich: Sinnstiftung ist ein enormer Antrieb. Menschen engagieren sich, wenn sie erleben, dass ihre Expertise wirklich etwas bewirkt. Für Praxen bedeutet das: Wer Mitarbeitenden Entwicklungsmöglichkeiten, Verantwortung und einen klaren Purpose bietet, stärkt langfristig Bindung und Motivation. Fortbildung, beispielsweise im International Team for Implantology (ITI), Austausch in Communities wie beispielsweise unsere Next Dental Leaders (nexdleaders) und das Erleben gemeinsamer Erfolge – das sind Faktoren, die wir sowohl intern bei Straumann als auch extern in der Zusammenarbeit mit Praxen und Laboren fördern.
Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem das digitale Straumann-Ökosystem den Behandlungserfolg oder die Patientenkommunikation konkret verbessert hat?
Ein typisches Beispiel ist die Kombination aus digitaler Diagnostik, geführter Chirurgie und standardisierter Prothetik. Mit einer digitalen Implantologielösung bestehend aus dem Intraoralscanner SIRIOS, der Behandlungsplanungssoftware CoDiagnostiX oder unserem Planungs- und Produktionsservice Smile in a Box sowie unserem innovativen Implantatsystem iExcel, lässt sich die Effizienz von Behandlungsabläufen um bis zu 30% steigern - auch bei komplexen Fällen.
Für Patienten wird der Behandlungsablauf transparenter, nachvollziehbarer und planbarer. Für Praxen bedeutet das weniger Schnittstellen, geringere Fehleranfälligkeit und mehr Zeit für die eigentliche Patientenbetreuung. Genau hier liegt der Mehrwert eines integrierten digitalen Ökosystems.
Straumann verfolgt das Ziel, bis 2030 jährlich 10 Millionen Lächeln positiv zu beeinflussen. Woran würden Sie in fünf Jahren erkennen, dass Initiativen wie „Let Them Shine“, Nachhaltigkeitsstrategie und digitales Ökosystem wirklich Teil der DNA des Unternehmens geworden sind?
Daran, dass diese Themen selbstverständlich sind – im täglichen Handeln, in Entscheidungen und in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Wenn Zahnärztinnen und Zahnärzte Straumann nicht nur mit hochwertigen Produkten verbinden, sondern mit echter Partnerschaft, verlässlichem Service und einer klaren Haltung, dann haben wir viel erreicht.
Unsere Botschaft an die Praxen ist dabei klar: Medizinische Exzellenz, wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung schließen sich nicht aus. Im Gegenteil – sie verstärken sich gegenseitig. Genau diesen Weg möchten wir gemeinsam weitergehen.
Herzlichen Dank für die offenen und fundierten Einblicke in Strategie, Haltung und Praxisrelevanz bei Straumann, Herr Aumüller.
Fazit für die Praxis
Das Interview zeigt, wie Zahnmedizin heute gedacht werden kann: vernetzt, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert – mit konkretem Nutzen für Praxen, Teams und Patienten.