Straumann® Mini Implantat System

Transgingivale Insertion von Straumann® Mini Implantaten und Sofortbelastung mit Unterkiefer-Prothese

Ein klinischer Fallbericht von Michael Kristensen, Dänemark

Über Michael Kristensen

Michael Kristensen

D.D.S.

Aarhus, Dänemark

Zwei Privatpraxen in Aarhus, Dänemark, mit den Schwerpunkten Implantologie, Prothetik, Kieferorthopädie und Endodontie. Postgraduales Curriculum der Implantologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sprecher für Straumann auf nationaler Ebene.

www.aarhustandcenter.dk

Ausgangssituation

Seitdem er aufgrund von Parodontitis alle Zähne verloren hat, trägt der 72-jährige Patient mit mittelschwerer/starker Rauchergewohnheit seit 10 Jahren eine Vollprothese im Oberkiefer und seit zwei Jahren im Unterkiefer. Obwohl sie technisch gut produziert ist, beeinträchtigt der Mangel an Retention in seiner regulären unteren Prothese seine Kaufunktion. Der Knochen wurde ungleichmäßig abgebaut und die Menge an keratinisiertem Epithel ist im Vergleich zu anderen Bereichen begrenzt (Abb. 1-4)

Behandlungsplanung

Wir boten dem Patienten drei Behandlungsmöglichkeiten an: zwei Implantate in Regio 33 und 43 mit Novaloc®-Sekundärteilen - aber Stabilität und Retention sind mit vier Implantaten in 34,32,42,44 besser. Wir haben auch über eine feste Straumann®Pro Arch-Lösung mit vier Implantaten und einer festen Versorgung gesprochen, aber der Patient hat begrenzte finanzielle Mittel und eine Vorgeschichte mit Parodontitis, so dass die Reinigung ein Problem darstellen könnte. Der Patient entschied sich für vier Implantate, um die untere Prothese mit Straumann® Mini-Implantaten in einem transgingivalen Verfahren und Sofortbelastung zu stützen. Ein DVT-Scan zeigte viel interforaminalen Knochen von 7 mm Breite und mindestens 15 mm Höhe (Abb. 5). Die Knochenqualität scheint im DVT-Scan sehr dicht zu sein. Wenn die Implantate sofort belastet werden sollen, müssen sie mit mindestens 35 Ncm eingesetzt werden, daher ist die Knochendichte und das entsprechende Bohrprotokoll wichtig. Da die Prothese des Patienten ganz neu war, haben wir uns dafür entschieden, die untere Prothese inklusive der Optiloc®-Gehäusematrizen für eine zuverlässige Retention neu zu versorgen, um eine ausreichende Funktion mit einem Minimum an Nachbehandlung zu gewährleisten.

Chirurgisches Verfahren

Ein transgingivales Verfahren war geplant, da der Restknochen ausreichend breit war und eine ausreichende Menge an keratinisiertem Epithel zur Verfügung stand. Das Foramen Mentale wurde auf beiden Seiten getastet und mit dem Nadelbohrer eine distale Implantatbohrung in sicherer Entfernung zum Foramen Mentale vorgenommen. Parallelpfosten wurden verwendet, um die axiale Ausrichtung des Bohrstollens zu gewährleisten. Das distale Implantat wurde anhand des bestehenden Parallelpfostens ausgerichtet. Anschließend wurden die Implantate intraforaminär in der selbigen Axialrichtung inseriert (Abb. 6-14). Der 2,2 mm Einmalbohrer wurde aufgrund der hohen Dichte des Knochens im koronalen Teil verwendet (Abb. 15-20). Vier Mini-Implantate (2,4 x 12 mm) wurden mit 35 - 45 Ncm eingesetzt (Abb. 21-24). Das Implantat ist eine einteilige Komponente mit der Optiloc®-Verbindung, das noch einen kleineren Durchmesser aufweist, als das Novaloc®-Abutment und wenig Platz benötigt. Es war kein Nähen erforderlich, da es sich um ein transgingivales Verfahren handelte. Die postoperative Röntgenaufnahme zeigte eine gute Ausrichtung der vier Implantate mit einem sicheren Abstand zum Nervus mentalis (Abb. 25).

 

Prothetisches Verfahren

Unmittelbar nach der Operation wurde im Unterkiefer ein Silikonabdruck genommen. Dies ermöglicht, die genaue Positionierung der Optiloc®-Aufbauten zu transferieren. Nun kann durch den abgeformten Teil der Prothese durchgebohrt werden, um Platz für die Abdruckkappen der finalen Unterfütterungsabformung zu schaffen. Nach Aushärten des Abdruckmaterials wurde eine Bissnahme durchgeführt (Abb. 33-34). Laboranaloge wurden in die Abdruckkappen eingeklickt und ein Gipsmodell ausgegossen (Abb. 35-36). Die Optiloc-Gehäuse wurden auf das Modell aufgeklickt, die Prothese unterfüttert, ausgearbeitet sowie poliert und am selben Tag ausgeliefert (Abb. 37-40).

Endergebnis

Vier Mini-Implantate, die in transgingivalem Verfahren in den Unterkiefer eingesetzt und sofort belastet werden, bieten dem Patienten eine sehr hohe Zufriedenheit und Komfort, mit einfachem Zugang zur Reinigung und kostengünstiger Pflege der Matrizen und der Prothese. Der Patient empfand die Behandlung als positiv und "sehr professionell". Laborarbeit von Rene La Cour, Aarhus, Dänemark.

Fazit

Straumann® Mini-Implantate sind sicher für die sofortige Insertion in einen gesunden Unterkiefer. Optiloc® bietet eine zuverlässige Retention für die Prothese und eine hohe Patientenzufriedenheit bei einer sehr geringen Morbidität in Bezug auf die Verfahren.